NPD am Boden – Erfolgreicher antifaschistischer & revolutionärer 1. Mai in S-H

Ers[-]tes Fa[-]zit aus dem Antifa-Bündnis gegen den Naziaufmarsch in NMS:


revo

+++ 2000 An[-]ti[-]fa[-]schis[-]t_in[-]nen ver[-]hin[-]dern NPD-De[-]mons[-]tra[-]ti[-]on in Neu[-]müns[-]ter +++ Be[-]we[-]gung, Blo[-]cka[-]den und An[-]grif[-]fe im ge[-]sam[-]ten Auf[-]marsch[-]ge[-]biet ma[-]chen Na[-]zi[-]rou[-]te un[-]pas[-]sier[-]bar +++ Kläg[-]li[-]cher Ver[-]such einer un[-]an[-]ge[-]mel[-]de[-]ten Demo endet für 100 Nazis im Po[-]li[-]zei[-]ge[-]wahr[-]sam +++ An[-]ti[-]ras[-]sis[-]ti[-]sche Spontan[-]de[-]mo zum Ab[-]schie[-]be[-]la[-]ger am Haart im An[-]schluss an An[-]ti[-]fa-Ak[-]ti[-]vi[-]tä[-]ten +++ Ent[-]schlos[-]se[-]nen und so[-]li[-]da[-]ri[-]schen Zu[-]sam[-]men[-]spiel an[-]ti[-]fa[-]schis[-]ti[-]scher Ba[-]sis[-]ak[-]ti[-]vis[-]t_in[-]nen ist er[-]folg[-]rei[-]cher 1. Mai zu ver[-]dan[-]ken +++ 300 Teil[-]neh[-]mer_in[-]nen auf re[-]vo[-]lu[-]tio[-]nä[-]rer und an[-]ti[-]fa[-]schis[-]ti[-]scher 1. Mai-Vor[-]a[-]bend[-]de[-]mo in Kiel (Fotos auf Indymedia) +++

Na[-]zi[-]auf[-]marsch blo[-]ckiert – an[-]ge[-]grif[-]fen – ver[-]hin[-]dert!


Ins[-]ge[-]samt bis zu 2000 An[-]ti[-]fa[-]schis[-]t_in[-]nen ins[-]be[-]son[-]de[-]re aus dem au[-]to[-]no[-]men und dem ge[-]werk[-]schaft[-]li[-]chen Spek[-]trum sorg[-]ten am 1. Mai 2012 mit zahl[-]rei[-]chen Ak[-]tio[-]nen im di[-]rek[-]ten Um[-]feld der an[-]ge[-]mel[-]de[-]ten Na[-]zi[-]rou[-]te für die wei[-]test[-]ge[-]hen[-]de Ver[-]hin[-]de[-]rung einer NPD-De[-]mons[-]tra[-]ti[-]on. Be[-]reits am Vor[-]mit[-]tag er[-]rich[-]te[-]ten etwa 300 Teil[-]neh[-]mer_in[-]nen der Ge[-]werk[-]schafts[-]de[-]mo eine Men[-]schen[-]blo[-]cka[-]de auf dem Gö[-]ben[-]platz, nach[-]dem sich die Grup[-]pe aus der Ge[-]werk[-]schafts[-]de[-]mo ge[-]löst und er[-]folg[-]reich meh[-]re[-]re Po[-]li[-]zei[-]ab[-]sper[-]run[-]gen über[-]wun[-]den hatte. Hier[-]zu hatte im Vor[-]feld das Kie[-]ler Ju[-]gend[-]bünd[-]nis gegen Rechts aus Ge[-]werk[-]schafts- und lin[-]ken Par[-]tei[-]ju[-]gend[-]en auf[-]ge[-]ru[-]fen. An der tra[-]di[-]tio[-]nel[-]len Mai-De[-]mo des DGB be[-]tei[-]lig[-]ten sich zuvor etwa 700 Men[-]schen.

Eine wei[-]te[-]re Blo[-]cka[-]de von einer eben[-]so gro[-]ßen Grup[-]pe größ[-]ten[-]teils au[-]to[-]no[-]mer An[-]ti[-]fa[-]schis[-]t_in[-]nen ent[-]stand wenig spä[-]ter auf dem Han[-]sa[-]ring Ecke Was[-]be[-]cker Stra[-]ße. Diese waren mehr[-]heit[-]lich in zwei Groß[-]grup[-]pen mit Zügen aus Ham[-]burg und Kiel an[-]ge[-]reist und hat[-]ten sich nach ihrer An[-]kunft als Spontan[-]de[-]mons[-]tra[-]tio[-]nen er[-]folg[-]reich den Weg ins Auf[-]marsch[-]ge[-]biet der NPD bah[-]nen kön[-]nen. Mehr[-]mals kam es dabei zu kur[-]zen Kon[-]fron[-]ta[-]tio[-]nen mit der Po[-]li[-]zei, die ei[-]ni[-]ge An[-]ti[-]fa[-]schis[-]t__in[-]nen durch Knüp[-]pel[-]schlä[-]ge und Ein[-]satz von Pfef[-]fer[-]spray ver[-]letz[-]te. Par[-]al[-]lel fand Nahe der lin[-]ken Ak[-]ti[-]on Ju[-]gend[-]zen[-]trum (AJZ) in der Fried[-]rich[-]stra[-]ße eine Kon[-]zert[-]kund[-]ge[-]bung der VVN/BdA und der AJZ statt, die unter mas[-]si[-]ver Po[-]li[-]zei[-]prä[-]senz zu lei[-]den hatte.
Be[-]reits vor dem plan[-]mä[-]ßi[-]gen Auf[-]marsch[-]be[-]ginn war die Route der Nazis somit durch Blo[-]cka[-]den und all[-]ge[-]mei[-]ne Be[-]we[-]gung im Vier[-]tel der[-]ma[-]ßen ver[-]stopft, dass sie nicht mehr pas[-]sier[-]bar ge[-]we[-]sen wäre.

Da der grö[-]ße[-]re Teil der ins[-]ge[-]samt nicht[-]ein[-]mal 150 Neo[-]na[-]zis mut[-]maß[-]lich in Kennt[-]nis die[-]ser Aus[-]gangs[-]la[-]ge wider ihrer An[-]mel[-]dung am Süd[-]bahn[-]hof und nicht am Haupt[-]bahn[-]hof aus ihren Zügen stie[-]gen und ver[-]such[-]ten, von hier[-]aus eine un[-]an[-]ge[-]mel[-]de[-]te Er[-]satz[-]rou[-]te durch[-]zu[-]set[-]zen, konn[-]ten die an[-]ti[-]fa[-]schis[-]ti[-]schen Blo[-]cka[-]den be[-]reits am Mit[-]tag wie[-]der be[-]en[-]det wer[-]den. Ein Groß[-]teil der An[-]ti[-]fa[-]schis[-]t_in[-]nen begab sich dar[-]auf[-]hin in die Ge[-]gend des Süd[-]bahn[-]hofs. Durch Un[-]fä[-]hig[-]keit und Selbst[-]über[-]schät[-]zung schei[-]ter[-]ten die gut 100 NPD-An[-]hän[-]ger_in[-]nen mit ihrem Un[-]ter[-]fan[-]gen „Spontan[-]de[-]mo“ nach nur we[-]ni[-]gen hun[-]dert Me[-]tern je[-]doch kläg[-]lich, muss[-]ten um[-]keh[-]ren und wur[-]den nach einer sinn[-]ent[-]leer[-]ten Sitz[-]blo[-]cka[-]de schließ[-]lich kom[-]plett in Ge[-]wahr[-]sam ge[-]nom[-]men. Zuvor kam es zu er[-]folg[-]rei[-]chen An[-]grif[-]fen von mi[-]li[-]tan[-]ten An[-]ti[-]fa[-]schis[-]t_in[-]nen auf die Neo[-]na[-]zis am Süd[-]bahn[-]hof. 30 Neo[-]na[-]zis, die sich am of[-]fi[-]zi[-]el[-]len Auf[-]tak[-]tort Post[-]park[-]platz ver[-]sam[-]melt hat[-]ten, konn[-]ten in Er[-]man[-]ge[-]lung eines Ver[-]samm[-]lungs[-]lei[-]ters eben[-]falls keine Kund[-]ge[-]bung durch[-]füh[-]ren und wur[-]den po[-]li[-]zei[-]lich aus der Stadt es[-]kor[-]tiert.

Nach der Ver[-]hin[-]de[-]rung der Neo[-]na[-]zi[-]de[-]mo de[-]mons[-]trier[-]ten etwa 300 An[-]ti[-]fa[-]schis[-]t_in[-]nen spon[-]tan vom Süd[-]bahn[-]hof zum „Aus[-]rei[-]se[-]zen[-]trum“ am Haart um prak[-]ti[-]sche Kri[-]tik auch am staat[-]li[-]chen Ras[-]sis[-]mus in Form der eu[-]ro[-]päi[-]schen Ab[-]schot[-]tungs[-]po[-]li[-]tik sowie der Iso[-]lie[-]rung von Flücht[-]lin[-]gen in sol[-]chen Ab[-]schie[-]be[-]la[-]gern zu üben und sich mit den davon be[-]trof[-]fe[-]nen Men[-]schen zu so[-]li[-]da[-]ri[-]sie[-]ren.

Der Auf[-]ruf des Lan[-]des[-]wei[-]ten An[-]ti[-]fa-Bünd[-]nis gegen den Na[-]zi[-]auf[-]marsch am 1. Mai in Neu[-]müns[-]ter „Na[-]zi[-]auf[-]marsch blo[-]ckie[-]ren – an[-]grei[-]fen – ver[-]hin[-]dern!“ ist Rea[-]li[-]tät ge[-]wor[-]den: Der Ent[-]schlos[-]sen[-]heit und dem so[-]li[-]da[-]ri[-]schen Zu[-]sam[-]men[-]spiel von an[-]ti[-]fa[-]schis[-]ti[-]schen Ba[-]sis-Ak[-]ti[-]vis[-]t_in[-]nen ver[-]schie[-]de[-]ner Spek[-]tren und ihrem di[-]rek[-]ten Agie[-]ren auf der an[-]ge[-]mel[-]de[-]ten Na[-]zi[-]rou[-]te ist es zu ver[-]dan[-]ken, dass der Auf[-]zug der NPD nicht statt[-]fin[-]den konn[-]te. Sie waren es, die zu Blo[-]cka[-]den auf[-]ge[-]ru[-]fen und sie er[-]folg[-]reich durch[-]ge[-]setzt haben, zu denen sich auch Teile eta[-]blier[-]ter an[-]ti[-]fa[-]schis[-]ti[-]scher Bünd[-]nis[-]se nicht hat[-]ten durch[-]rin[-]gen kön[-]nen. Kei[-]nes[-]falls dazu bei[-]ge[-]tra[-]gen haben da[-]ge[-]gen die Stadt[-]obe[-]ren, die mit ihrem Bür[-]ger[-]fest auf dem Groß[-]fle[-]cken das zu Recht brau[-]ne Image Neu[-]müns[-]ters über[-]tün[-]chen woll[-]ten und die Par[-]tei[-]pro[-]mi[-]nenz aus dem gan[-]zen Bun[-]des[-]ge[-]biet mit ihrem un[-]er[-]träg[-]li[-]chen Wahl[-]kampf am an[-]de[-]ren Ende der Stadt. Dass zahl[-]rei[-]che An[-]ti[-]fa[-]schis[-]t_in[-]nen zudem nicht nur die Men[-]schen[-]feind[-]lich[-]keit der Nazis im Blick hat[-]ten, son[-]dern an[-]schlie[-]ßend mit einer Demo zum Ab[-]schie[-]be[-]la[-]ger auch den sich hier aus[-]drü[-]cken[-]den in[-]sti[-]tu[-]tio[-]na[-]li[-]sier[-]ten Ras[-]sis[-]mus des deut[-]schen Staa[-]tes zum Ge[-]gen[-]stand der Kri[-]tik mach[-]ten und den hier[-]von be[-]trof[-]fe[-]nen Men[-]schen so[-]li[-]da[-]ri[-]sche Grüße aus[-]rich[-]te[-]ten, war wich[-]tig.
Ins[-]ge[-]samt wur[-]den über den Tag sie[-]ben An[-]ti[-]fa[-]schis[-]t_in[-]nen in Ge[-]wahr[-]sam ge[-]nom[-]men, die aber alle am Nach[-]mit[-]tag wie[-]der frei waren.

„Ge[-]schich[-]te wird ge[-]macht – Ka[-]pi[-]ta[-]lis[-]mus zu Ge[-]schich[-]te ma[-]chen!“


Be[-]reits am Vor[-]a[-]bend des 1. Mai waren am 30. April 2012 etwa 300 Men[-]schen bei bes[-]tem Wet[-]ter in Kiel mit einer an[-]ti[-]fa[-]schis[-]ti[-]schen und re[-]vo[-]lu[-]tio[-]nä[-]ren De[-]mons[-]tra[-]ti[-]on für die Per[-]spek[-]ti[-]ve einer men[-]schen[-]wür[-]di[-]gen Ge[-]sell[-]schaft jen[-]seits der be[-]ste[-]hen[-]den Aus[-]beu[-]tungs- und Un[-]ter[-]drü[-]ckungs[-]ver[-]hält[-]nis[-]se auf die Stra[-]ße ge[-]gan[-]gen. Um im Vor[-]feld der Ak[-]ti[-]vi[-]tä[-]ten gegen den Na[-]zi[-]auf[-]marsch auch ei[-]ge[-]ne in[-]halt[-]li[-]che Ak[-]zen[-]te rund um den tra[-]di[-]tio[-]nel[-]len in[-]ter[-]na[-]tio[-]na[-]len Kampf[-]tag der Ar[-]bei[-]ter_in[-]nen[-]be[-]we[-]gung zu set[-]zen, hatte das An[-]ti[-]fa-Bünd[-]nis hier[-]zu unter dem Motto „Ge[-]schich[-]te wird ge[-]macht – Ka[-]pi[-]ta[-]lis[-]mus zu Ge[-]schich[-]te ma[-]chen!“ auf[-]ge[-]ru[-]fen.

Un[-]ter[-]malt von Py[-]ro[-]tech[-]nik und so[-]zi[-]al[-]re[-]vo[-]lu[-]tio[-]nä[-]ren sowie an[-]ti[-]fa[-]schis[-]ti[-]schen Pa[-]ro[-]len lief die Demo am frü[-]hen Abend von der Hol[-]ten[-]au[-]er[-] Stra[-]ße durch die Kie[-]ler In[-]nen[-]stadt bis zur Alten Meie[-]rei. In sechs ver[-]schie[-]de[-]nen Re[-]de[-]bei[-]trä[-]gen wurde auf den kri[-]sen[-]haf[-]te Ka[-]pi[-]ta[-]lis[-]mus und die Mög[-]lich[-]kei[-]ten und Schwie[-]rig[-]kei[-]ten sei[-]ner Über[-]win[-]dung, Neo[-]na[-]zis in Schles[-]wig-Hol[-]stein vor und nach der Wahl, die ras[-]sis[-]ti[-]sche EU-Flücht[-]lings[-]po[-]li[-]tik, die Mitte Mai be[-]vor[-]ste[-]hen[-]den Kri[-]sen[-]pro[-]tes[-]te in Frank[-]furt und den 1. Mai als in[-]ter[-]na[-]tio[-]na[-]len Kampf[-]tag der Ar[-]bei[-]ter_in[-]nen[-]be[-]we[-]gung für Würde und Eman[-]zi[-]pa[-]ti[-]on ein[-]ge[-]gan[-]gen. Gegen den Na[-]zi[-]auf[-]marsch in Neu[-]müns[-]ter wurde eben[-]falls aus[-]gie[-]big mo[-]bi[-]li[-]siert.
In Zei[-]ten der welt[-]wei[-]ten Krise der ka[-]pi[-]ta[-]lis[-]ti[-]schen Öko[-]no[-]mie den be[-]droh[-]lich auf[-]kei[-]men[-]den men[-]schen[-]feind[-]li[-]chen und au[-]to[-]ri[-]tä[-]ren Kri[-]sen[-]ver[-]wal[-]tungs[-]stra[-]te[-]gi[-]en und ihrer ideo[-]lo[-]gi[-]schen Be[-]gleit[-]mu[-]sik kommt eine eman[-]zi[-]pa[-]to[-]ri[-]sche Linke nicht umhin, auch am 1. Mai immer wie[-]der an die Per[-]spek[-]ti[-]ve einer auf den Grund[-]pfei[-]lern So[-]li[-]da[-]ri[-]tät, Gleich[-]wer[-]tig[-]keit und Frei[-]heit be[-]dürf[-]nis[-]ori[-]en[-]tiert wirt[-]schaf[-]ten[-]den Ge[-]sell[-]schaft zu er[-]in[-]nern. Dies ist in Kiel in die[-]sem Jahr erst[-]mals seit vie[-]len Jah[-]ren wie[-]der in ei[-]gen[-]stän[-]di[-]ger Form ge[-]sche[-]hen.

Im An[-]schluss an die Demo lie[-]ßen sich viele Men[-]schen im Gar[-]ten der Alten Meie[-]rei nie[-]der und in[-]for[-]mier[-]ten sich bei Essen und Ge[-]trän[-]ken über den letz[-]ten Stand zu den An[-]ti[-]fa-Ak[-]tio[-]nen. Da[-]nach fand bei bes[-]ter Stim[-]mung der Tanz in den Mai zu[-]guns[-]ten der von fa[-]schis[-]ti[-]scher Ge[-]walt be[-]trof[-]fe[-]nen an[-]ar[-]chis[-]ti[-]schen Schu[-]le Paideia in Spa[-]ni[-]en in der gut ge[-]füll[-]ten Alten Meie[-]rei statt.

„Ich liebe es, wenn ein Plan funk[-]tio[-]niert!“


Ins[-]ge[-]samt ist die links[-]ra[-]di[-]ka[-]le Mo[-]bi[-]li[-]sie[-]rung rund um den 1. Mai in Schles[-]wig-Hol[-]stein als in An[-]be[-]tracht der Mög[-]lich[-]kei[-]ten äu[-]ßerst er[-]folg[-]reich und den op[-]ti[-]mis[-]ti[-]schen Pla[-]nun[-]gen ent[-]spre[-]chend zu be[-]wer[-]ten. Mit dem An[-]spruch „Na[-]zi[-]auf[-]marsch ver[-]hin[-]dern!“ wurde der Mund nicht zu voll ge[-]nom[-]men und die Mo[-]bi[-]li[-]sie[-]rungs- und Hand[-]lungs[-]fä[-]hig[-]keit des An[-]ti[-]fa-Bünd[-]nis konn[-]te unter Be[-]weis ge[-]stellt wer[-]den. Der Weh[-]muts[-]trop[-]fen, dass die me[-]dia[-]le Be[-]richt[-]er[-]stat[-]tung zum 1. Mai die links[-]ra[-]di[-]ka[-]len Bei[-]trä[-]ge na[-]he[-]zu kom[-]plett igno[-]riert und den ver[-]hin[-]der[-]ten Na[-]zi[-]auf[-]marsch als einen Er[-]folg des von Oben ge[-]schmie[-]de[-]ten Run[-]den Tischs für To[-]le[-]ranz und De[-]mo[-]kra[-]tie, und nicht als den en[-]ga[-]gier[-]ter an[-]ti[-]fa[-]schis[-]ti[-]scher Ba[-]sis[-]ak[-]ti[-]vis[-]t_in[-]nen ver[-]kauft, war in An[-]be[-]tracht der städ[-]ti[-]schen In[-]sze[-]nie[-]rung im Vor[-]feld lei[-]der ab[-]zu[-]se[-]hen und nicht ohne wei[-]te[-]res zu ver[-]mei[-]den ge[-]we[-]sen. Nichts[-]des[-]to[-]trotz war der 1. Mai 2012 ein äu[-]ßerst ge[-]lun[-]ge[-]ner Tag für die an[-]ti[-]fa[-]schis[-]ti[-]sche Linke im Nor[-]den, an den es auch zu[-]künf[-]tig an[-]zu[-]knüp[-]fen gilt. Fet[-]tes Dan[-]ke[-]schön an alle Be[-]tei[-]lig[-]ten und gute Bes[-]se[-]rung den Ver[-]letz[-]ten!

„Der Laden muss weg!“ – Redebeitrag 4.5.12 / Demo des Runden Tischs gegen Rassismus und Faschismus Kiel

Liebe Antifaschistinnen und Antifaschisten, liebe Menschen aus Gaarden!

Wir sind heute zusammen auf der Straße, um gegen die Etablierung von Neonazis im Stadtteil Gaarden zu demonstrieren. Seit Dezember 2012 befindet sich nämlich direkt hier am Vinetaplatz mit „PLS-Werkzeuge“ ein Geschäft, das von bekannten Akteuren der rechten Szene betrieben wird.

„„Der Laden muss weg!“ – Redebeitrag 4.5.12 / Demo des Runden Tischs gegen Rassismus und Faschismus Kiel“ weiterlesen

Nazis wollen Wiederholung – Antifa do it again!

Wie die NPD heute ver­laut­ba­ren ließ, will die neo­na­zis­ti­sche Par­tei nach ihrem de­sas­trö­sen Schei­tern am 1. Mai an die­sem Sams­tag, 5. Mai einen er­neu­ten Ver­such star­ten, in Neu­müns­ter auf­zu­mar­schie­ren. So will sie die selbe Route, die ges­tern durch an­ti­fa­schis­ti­sche Blo­cka­den er­folg­reich für Neo­na­zis un­pas­sier­bar ge­macht wurde, er­neut an­ge­mel­det haben.
Wir rufen alle An­ti­fa­schis­t_in­nen dazu auf, an die ef­fek­ti­ven Ak­tio­nen des gest­ri­gen Tages an­zu­knüp­fen und auch die­ses Mal dafür zu sor­gen, dass die Pa­ro­le „Na­zi­auf­marsch blo­ckie­ren – an­grei­fen – ver­hin­dern!“ der Titel eines Er­folgs­kon­zep­tes bleibt.
An­ti­fa­scist Ac­tion – REWIND !

Wei­te­re Infos zu an­ti­fa­schis­ti­schen Ge­gen­ak­ti­vi­tä­ten, An­rei­se­punk­ten und Struk­tur fol­gen in Kürze! Hal­tet Euch auf dem Lau­fen­den, mo­bi­li­siert Eure Leute und kommt Sams­tag noch­mal nach Neu­müns­ter!
Sams­tag | 05. Mai 2012 | Neu­müns­ter
An­ti­fa­schis­ti­sche Ak­tio­nen gegen den Na­zi­auf­marsch
An­ti­fa­schis­ti­sche Grup­pen aus SH
Aktuelle Infos: nonazisneumuenster.blogsport.de

„Die be­frei­te Ge­sell­schaft er­kämp­fen!“ – Aufruf linksradikaler Gruppen zum 1. Mai 2012 in NMS

So­li­da­ri­tät und Eman­zi­pa­ti­on statt na­tio­na­lis­ti­scher Bar­ba­rei!
Na­zi­auf­marsch am 1. Mai in Neu­müns­ter blo­ckie­ren – an­grei­fen – ver­hin­dern! Die be­frei­te Ge­sell­schaft er­kämp­fen!

„They shall not pass!“ – Aufruf antifaschistischer Gruppen aus SH zum 1. Mai 2012 in NMS

Solidarität und Emanzipation statt nationalistischer Barbarei!

 

Am 1. Mai 2012, dem in­ter­na­tio­na­len Kampf­tag der Ar­bei­ter_in­nen­be­we­gung, will die neo­na­zis­ti­sche NPD in Neu­müns­ter auf­mar­schie­ren. Dies soll der Hö­hen­punkt ihres Wahl­kamp­fes zur Land­tags­wahl in Schles­wig-Hol­stein wer­den. Die Wahl des Auf­mar­schor­tes hat Neu­müns­ter ge­trof­fen, weil in der Stadt eine lange Kon­ti­nui­tät neo­na­zis­ti­scher Struk­tu­ren be­steht. Seit über 15 Jah­ren exis­tiert hier der Na­zi­treff­punkt ‚Club­88′ („88“ = „Heil Hit­ler“). Auch dar­über hin­aus hat eine rech­te All­tags­kul­tur weit­rei­chen­de Ent­fal­tungs­mög­lich­kei­ten in der Stadt, wie z.B. die Knei­pe ‚Ti­ta­nic‘.

Diese Zu­stän­de wer­den von der lo­ka­len Öf­fent­lich­keit seit jeher wei­test­ge­hend igno­riert, ge­dul­det oder ak­zep­tiert. Zi­vil­ge­sell­schaft­li­ches En­ga­ge­ment gegen Neo­na­zis blieb immer mar­gi­na­li­siert, wäh­rend al­ter­na­ti­ve Räume, wie die ‚Ak­ti­on Ju­gend­zen­trum‘ (AJZ), sei­tens städ­ti­scher Be­hör­den re­gel­mä­ßig in­fra­ge ge­stellt wer­den.

 

Nach wie vor gilt: Jeder Ver­such von Neo­na­zis Auf­mär­sche zu or­ga­ni­sie­ren, Wahl­kämp­fe zu füh­ren und Pro­pa­gan­da zu be­trei­ben, bleibt einer zu viel. Blei­ben öf­fent­li­che Na­zi­auf­trit­te un­ge­stört, sind sie nicht nur Po­di­en für men­schen­ver­ach­ten­de Hetze, son­dern stär­ken als Er­folgs­er­leb­nis­se auch das Selbst­be­wusst­sein der Na­zi­sze­ne und schaf­fen die­ser neue Hand­lungs­spiel­räu­me. Deren Leid­tra­gen­de sind all jene, die nicht in ihr ras­sis­ti­sches, na­tio­na­lis­ti­sches und an­ti­se­mi­ti­sches Welt­bild pas­sen.

 

Wir rufen des­halb dazu auf, am 1. Mai nach Neu­müns­ter zu kom­men und den NPD-Auf­marsch zu ver­hin­dern. Durch das so­li­da­ri­sche Zu­sam­men­spiel ver­schie­de­ner Ak­ti­ons­for­men wer­den wir im Schul­ter­schluss mit allen An­ti­fa­schist_in­nen alles daran set­zen, dass die Neo­na­zis auch die­sen Auf­tritt in schlech­ter Er­in­ne­rung be­hal­ten.

Or­ga­ni­siert Euch, be­rei­tet Euch vor und hal­tet Euch auf dem Lau­fen­den!
Auf nach Neu­müns­ter: 1. Mai – na­zi­frei!

30. April: Re­vo­lu­tio­nä­re Vor­a­bend­de­mo
17 Uhr | Waitz­str./Hol­ten­au­er­str. | Kiel

1. Mai: An­ti­fa­schis­ti­sche Ak­tio­nen gegen den Na­zi­auf­marsch
all day | all areas | Neu­müns­ter

 

An­ti­fa­schis­ti­sche Grup­pen aus SH

Checkt: nonazisneumuenster.blogsport.de

Redebeitrag 30.4.2012 / 1. Mai-Vorabenddemo Kiel

Liebe Genoss_innen, liebe Kieler_innen!

Morgen, am 1. Mai will die neo­na­zis­ti­sche NPD als Hö­he­punkt ihres Land­tags­wahl­kamp­fes in Neu­müns­ter auf­mar­schie­ren. Der 1. Mai ist tra­di­tio­nell der in­ter­na­tio­na­le Kampf­tag der Ar­bei­ter_in­nen­be­we­gung, an­läss­lich des­sen seit 1890 welt­weit Mil­lio­nen von Men­schen in Ge­den­ken an die Opfer des Ar­bei­ter_in­nen­auf­stands vom Chi­ca­go­er Hay­mar­ket 1886 und für Ar­bei­ter_in­nen­rech­te auf die Stra­ße gehen. Be­zugs­punkt für die NPD an die­sem Datum ist dagegen aber der na­tio­nal­so­zia­lis­ti­sche „Tag der na­tio­na­len Ar­beit“. Die­ser wurde 1933 nur we­ni­ge Mo­na­te nach der Macht­über­tra­gung an Hit­ler als ge­setz­li­cher Fei­er­tag in Na­zi-​Deutsch­land in­stal­liert, um den be­fürch­te­ten an­ti­fa­schis­ti­schen Kund­ge­bun­gen der or­ga­ni­sier­ten Ar­bei­ter_in­nen­schaft am 1. Mai das Was­ser ab­zu­gra­ben und die Zer­schla­gung der Ge­werk­schaf­ten am 2. Mai vor­zu­be­rei­ten. Statt in­ter­na­tio­na­lem Klas­sen­kampf wurde nun die Deut­sche Ar­beits­front ge­fei­ert, im Mit­tel­punkt stan­den nicht mehr ant­ago­nis­ti­sche Klas­sen­ver­hält­nis­se son­dern die deut­sche Volks­ge­mein­schaft und das spe­zi­fisch deut­sche Ver­hält­nis zur Ar­beit als Selbst­zweck.

„Redebeitrag 30.4.2012 / 1. Mai-Vorabenddemo Kiel“ weiterlesen

Starker antifaschistischer Gegenwind für NPD-Wahlkampf

In den letzten Wochen häuften sich militante Antifa-Aktionen in Schleswig-Holstein, die sich allesamt gegen den NPD-Wahlkampf richteten.

So wurde in der Nacht vom 23. auf den 24. März der Club 88 in Neumünster mit grüner Farbe und der Parole „Farbe bekennen gegen Nazis“ markiert (Bekenner_innenschreiben auf Indymedia Linksunten).
Drei Nächte später wurden die Wohnungen und Fahrzeuge der NPD-Kandidaten Jens Lütke aus Martensrade und Daniel Nordhorn aus Laboe sowie des Kieler NPD-Ratsherr Hermann Gutsche aus Kiel-Holtenau Ziel engagierter Antifaschist_innen. Im Bekenner_innenschreiben von „autonomen Gruppen“ heißt es dazu:

„Ziel der Angriffe ist, ihre Aktionsmöglichkeiten im Landtagswahlkampf und darüber hinaus effektiv einzuschränken. Die Vergangenheit hat immer wieder gezeigt, dass wirkungsvoller Antifaschismus nur autonom vom Staat sein kann und eine an Legitimität, nicht an Legalität orientierte politische Praxis erforderlich macht, die auch militante Angriffe beinhalten kann. Wir beziehen uns auf den Aufruf „Farbe bekennen!“ (farbebekennen-sh.tumblr.com/) autonomer und antifaschistischer Gruppen und wären erfreut, wenn weitere Nazis giftgrüne Farbe oder andere Konsequenzen ihres Handelns zu spüren bekämen.“ 

Mitte April tauchten in den ersten Landkreisen NPD-Wahlplakate auf, die häufig nicht länger als 24 Stunden hingen.

In den letzten Tagen erwischte es den NPD-Funktionär Uwe Schäfer aus Plön und den NPD-Schatzmeister Uwe Schimmel aus Leezen (Kreis Segeberg). Neben einer farblichen Umgestaltung von Schäfers Hausfassade, soll wohl auch die Fahrtüchtigkeit seines Autos stark gelitten haben (Link). Auch bei Schimmel wurde laut Bekenner_innenschreiben der „Autonomen Dorfgespenster“ „etwas bunte Farbe in den braunen Alltag des Faschisten gebracht“ (Link).

Alle aufgezählten Angriffe bezogen sich auf die Kampagne „Farbe Bekennen“ die Ende März von antifaschistischen und autonomen Gruppen ausgerufen wurde. Ziel dieser Kampagne ist laut Aufruf die Handlungsspielräume von Nazis einzuschränken und den NPD-Wahlkampf aktiv zu sabotieren (http://www.antifa-kiel.org/index.php/news/items/aufruf-zur-intervention-gegen-npd-wahlkampf.224.html).

Aktuell wurde auch noch der NPD-Funktionär Roland Siegfried Fischer an seinem neuen Wohnort in Kiel-Dietrichsdorf geoutet. Auf hunderten verteilten Flugblättern wurde seine Nachbarschaft darüber in Kenntnis gesetzt, welchem politischen Engagement Fischer hinter seiner nachbarschaftlich-spießbürgerlichen Fassade nachgeht. Im Outing-Flyer heißt es dazu:


„Roland Fischer ist sowohl wichtiger Organisator des NPD-Landesverbands, in dessen Vorstand er auch Beisitzer ist, als auch Anhänger der militanten sog. „Freien Kräfte“, in Schleswig-Holstein vorwiegend „Aktionsgruppen“, deren Habitus sich wahlweise an dem Stil der „Autonomen Nationalisten“ oder auch an dem klassischen Kameradschaftsspektrum orientiert.“

Auch Fischers Rolle bei öffentlichen Auftritten wird in dem Flugblatt näher erläutert:

„Prominentestes Beispiel für Fischers Tätigkeit als öffentlich auftretender Organisator ist seine Rolle beim geschichtsrevisionistischen jährlichen „Trauermarsch“ in Lübeck. Bei diesem Event von überregionaler Bedeutung ist Fischer seit 2010 Anmelder und Mitorganisator neben Neonazi-Größen von bundesweiter Bedeutung wie Thomas Wulff. […] „Neben diesem jährlichen Großevent tritt Roland Fischer auch als Redner und Organisator bei diversen kleineren Kundgebungen und Wahlkampfauftritten der NPD in Schleswig-Holstein auf.“ (Outing-Flyer auf Indymedia)

Alles in allem sehr ungemütliche Wochen für die Schleswig-holsteinische Naziszene. Trotz des aktuell desaströsen Zustands der NPD und ihre Anhängsel, ist es nicht auszuschließen, dass diese versuchen könnten auf die antifaschistischen Interventionen zu reagieren. Es ist daher ratsam in der kommenden Zeit mit erhöhter Aufmerksamkeit auf uns und unsere Projekte zu achten und den antifaschistischen Selbstschutz zu organisieren.

Zur Situation des NPD-Kreisverband Lübeck-Ostholstein

Wir dokumentieren einen Artikel von linksunten.indymedia.org


Die folgenden Anmerkungen zu der Situation des NPD-Kreisverbandes Lübeck-Ostholstein sollen der Information der antifaschistischen Öffentlichkeit dienen und erlauben eine Einschätzung zu Hintergründen der mangelnden Mobilisierungsfähigkeit der Neonazis anlässlich des „Trauermarsches“ 2012 in Lübeck.

 

In den vergangenen Jahren wurde von dem NPD-Kreisverband Lübeck-Ostholstein suggeriert, dass Jörn Lemke fest im Sattel des Kreisverbandes säße. Er ist Chef des NPD-Kreisverbandes Lübeck-Ostholstein und Pressesprecher des NPD-Landesverbandes Schleswig-Holstein. Es ist immer noch so, dass Lemke für den Kreisverband und auch für den Landesverband in Schleswig-Holstein als einer der wenigen Aktiven eine wichtige Position einnimmt und als Ansprechpartner und Initiator für Veranstaltungen in Lübeck und Umgebung dient. Der Rückhalt in der eigenen Szene scheint jedoch schon seit Jahren zu schwinden.

 

Eine der wichtigsten öffentlichen Veranstaltungen der Neonaziszene in Schleswig-Holstein und somit auch für den NPD-Kreisverband HL-OH ist der „Traueraufmarsch“ in Lübeck. Dieser fand dieses Jahr, am 31.März, bereits das siebte Mal in Folge statt.

 

Jörn Lemke diente von 2006 bis 2008 als Anmelder und Versammlungsleiter für den „Traueraufmarsch“ in Lübeck und als Redner in den Jahren 2006, 2008 und 2009. Seitdem spielt der NPD-Kreisverband HL-OH und auch Lemke keine wesentliche Rolle mehr für die Organisation und Umsetzung dieser Veranstaltung. Die Verantwortung sowie die Mobilisierung wird mitunter vom NPD-Kreisverband Kiel-Plön übernommen. Seitdem steht namentlich Roland Siegfried Fischer für den „Traueraufmarsch“ in Lübeck ein, welcher von Führungsfiguren der Norddeutschen Szene wie Thomas Wulff unterstützt wird.

 

Lemke wurde seither höchstens als Ordner, Laufbursche oder Packesel zum Tragen der Skelettkostüme oder des Megafons am Rande dieser Veranstaltung eingesetzt.

In den vergangenen Jahren schaffte es der NPD-Kreisverband in Lübeck nur vereinzelt, sich an Veranstaltungen wie Mahnwachen, Infoständen oder Kundgebungen, welche in Vorfeld zum „Traueraufmarsch“ stattfinden, zu beteiligen. Am 26.02.2011 meldete Lemke auf Druck seiner „Kameraden“ eine Mahnwache in Travemünde[ 1 ] an, welche zuvor der „Organisationsleiter“ des NPD-Kreisverbands Marcus Tietz anzumelden versucht hatte, aufgrund fehlender Kenntnisse von Formalia. Zwei Wochen zuvor, am 12.02.2011, meldete Tietz einen Infotisch in Bad Schwartau im Kreis Ostholstein[ 2 ] an. Auch bei diesen Veranstaltungen schaffte es der Kreisverband, sich nur dürftig zu beteiligen. Lemke selbst blieb allen Veranstaltungen fern. Der Infostand in Bad Schwartau musste wegen Befindlichkeiten von Seiten Marcus Tietz frühzeitig beendet werden, wodurch es die zum größten Teil aus Kiel angereisten Neonazis nicht schafften, die angemeldete Folgeveranstaltung in der benachbarten Ortschaft Ratekau wahrzunehmen.

 

In diesem Jahr fangen keine Veranstaltungen im Vorfeld des „Traueraufmarsches“ statt. Keine Mahnwache (wie auch schon 2010), keine Infostände, keine Flyerverteilaktionen. Lemke schaffte es lediglich, mit Aufklebern und einem mehr schlecht als recht zusammengeschusterten Mobilisierungsvideo für den „Traueraufmarsch“ zu werben. Ein Jahr zuvor konnte Mensch noch Roland Fischer in Kooperation mit Stefanie Kohrn (FN Kiel) auf einem Mobilisierungsvideo für den Aufmarsch sehen.

 

Was hat der NPD-Kreisverband Lübeck-Ostholstein zu bieten?

 

Fangen wir an bei Jörn Gronemann.

Gronemann, der sich selbst eher dem Kameradschaftsspektum zugehörig fühlt, versuchte in den vergangenen Jahren als Handlanger Lemkes für den NPD-Kreisverband HL-OH Aufgaben zu übernehmen. Projekte wie der „Nationale Satire-Blog „Maulwurfen.info[ 3 ]“, auf dem er über linke und gesellschaftliche Themen herzog und versuchte, diese mit rassistischem, antisemitischen und nationalem Sarkasmus zu besetzen, stießen selbst in NPD-Kreisen auf Kritik.

 

Den Höhepunkt seiner Karriere erreichte er jedoch am 21.08.2010, als er als Anmelder und Versammlungsleiter auf einer Demonstration in Neumünster [ 4 ] mit 0,4 Promille alkoholisiert erschien. Diese wurde aufgrund dessen von Seiten der Polizei abgesagt. Die Demonstration war unter dem Motto „Friedrich der Große, steig hernieder“ angemeldet worden, bezog sich aber augenscheinlich auf den Todestag Rudolf Heß`. Die angereisten Neonazis aus Schleswig-Holstein mussten missmutig ihre Heimreise antreten. Dem Kreisverband war es nicht entgangen, dass Gronemann öfter mal tiefer ins Glas schaut. Seine Misserfolge aufgrund antifaschistischer Initiativen in der Vergangenheit, wie die Gründung eines rechten VFB-Fanclubs sowie einer Mädchen Fußballmannschaft „Die wilden Mädels“ und das Bekanntwerden seiner Anmeldung bei einem Dating-Portal „Russian Flirt“, bei der er gezielt angab, nach „weißen Frauen“ im Alter von 14 bis 30 Jahren zu suchen, ließ den NPD-Kreisverband handeln. Die Kontakte zu Gronemann wurden abgebrochen, sein Blog aus dem Netz genommen und Gronemann tauchte für ein Jahr unter. Anfang diesen Jahres fasste er neuen Mut und veröffentlichte eine Neuauflage seines Nationalen Satire-Blogs „Maulwurfen.info“. Unreflektiert und dumm versuchte Gronemann dort anzuknüpfen, wo er aufgehört hatte und stürzte sich in die Arbeit. Er organisierte am 01.02.2012 Aktionen zum Gedenken an Rudolf Brügmann, einem in der Neonaziszene gefeierten Märtyerer der SA-Marine*. Seine derzeitigen Aktivitäten stießen beim NPD-Kreisverband HL-OH auf Kritik. In aller Öffentlichkeit denunzierten sich auf Facebook Lemke und Gronemann gegenseitig. Gronemann schrieb unter anderem über Lemke:

„Wer mir ein geringes Niveau unterstellt, weiß nie wo ich sein könnte. Ich tauche schneller auf, als so mancher denken kann.“

und

„Wieso? Ich spreche alles offen aus. Ich weiß, welche Personen hinter meinen Rücken über mich reden, mich dennoch ausnutzen wollen. […]“

Seit der Auseinandersetzung gab Gronemann mehrfach bekannt, aus Schleswig-Holstein wegziehen zu wollen. In seinem Blog wurden seither keine neuen Artikel publiziert.

 

Ein nicht ganz so abtrünniges Kind des NPD-Kreisverbandes ist Marcus Tietz.

Tietz steht als Verantwortlicher im Sinne des Presserechts (V.i.S.d.P.) für die NPD-Forderung: „Nein – zum Bau der Fehlmarn-Belt-Querung“ ein, mit der der NPD-Kreisverband versucht öffentlich kontrovers diskutierte lokale Themen zu besetzen. Es fällt schwer zu glauben, dass der sehr einfach gestrickte Tietz das geistige Potenzial besitzt, für die Inhalte der veröffentlichten Texte gegen den Bau der Fehlmarn-Belt-Querung verantwortlich zu sein. Er steht Lemke als weiterer Handlanger zur Verfügung, schafft es aber nicht, den Erwartungen gerecht zu werden, die an ihn gestellt werden. Dies zeigt sich an den inkonstante Aussagen zur Gründung eines „JN-Stützpunktes“ in Ostholstein, der bis heute nicht existent ist und auch in der nächsten Zeit aufgrund der personellen Unfähigkeit des NPD-Kreisverbandes nicht umsetzbar scheint.

 

Der vermeintliche Hoffnungsträger des Kreisverbandes scheint Ronny Schaal gewesen zu sein, welcher jedoch aufgrund Antifaschistischer Initiativen nach knapp einem Jahr in Lübeck seine Koffer packte und zusammen mit seiner Verlobten, Marina Molt, aufs Land nach Himbergen in Niedersachsen zog.

 

Kurz nachdem Schaal vor einem Jahr von seinem Heimatort Lübz in Mecklenburg-Vorpommern nach Lübeck zog, übernahm er Aufgaben für den NPD-Kreisverband in Lübeck. So stand er namentlich als V.i.S.d.P. für den „Traueraufmarsch“ 2011 und 2012 ein. Zusammen mit seiner aus Lübeck stammenden Verlobten Marina Molt unterstützte er den Aufbau des sogenannten „Nationalen Wiederstand Lübeck“, welche als Nachwuchsorganisation des NPD-Kreisverbandes anzusehen ist. Die Aktionen des „Nationalen Wiederstand Lübeck“ sind eng verbunden mit denen des NPD-Kreisverbandes. Der Höhepunkt seiner sehr kurzen politischen Karriere war die Kandidatur als Bürgermeister am 06.11.2011 in Lübeck. Allerdings gelang es ihm nicht, die 250 Unterstützerunterschriften zu erbetteln, weswegen auch dieser Versuch kläglich scheiterte. Unbeeindruckt von dieser Niederlage versuchte er sich als Direktkandidat zur Landtagswahl am 06.05.2012 für den Wahlkreis Lübeck-Ost aufzustellen, auch hierfür konnte er nicht die erforderlichen Unterstützungsunterschriften nachweisen. Das „Ich will Bürgermeister der Hansestadt Lübeck werden – Opfer“ Ronny Schaal scheint für seine Vorhaben im Kreisverband nicht den Support bekommen zu haben den er gebraucht hätte, um seine Vorhaben umzusetzen. Die mangelnde interne Unterstützung durch den Kreisverbandes wird auch daran erkennbar, dass Nachwuchskader wie Schaal verheizt werden. Am 16.07.2011 [ 5 ] veranstaltete der NPD-Kreisverbandes Segeberg-Neumünster einen Infostand zum Thema: „HaK endlich schließen“. Der Anmelder Daniel Nordhorn, Chef des NPD-Kreisverbandes Segeberg-Neumünster, ließ Schaal, welcher als einziger des NPD-Kreisverbandes HL-OH anwesend war, in zweiter Reihe stehen. Für ihn als Bürgermeisterkandidat der Hansestadt Lübeck gab es nicht mehr zu tun, als sich der Demütigung durch antifaschistische Gegenproteste zu stellen.

 

Lemkes Rückhalt im Kreisverband schwindet

 

Zieht man ein Resümee zu den oben aufgeführten aktiven, wahrzunehmenden Versagern des NPD-Kreisverbandes HL-OH, wundert es einen nicht, dass Lemke im Landeswahlkampf sich genötigt fühlt, für Aktionen wie das Verteilen von NPD-Flugblättern auf Facebook öffentlich zu werben.

 

Seinen Aufruf „Morgen Vormittag Flugblattverteilung. Wer Zeit hat und aus Lübeck kommt, einfach melden!“ folgte nur eine Aktivistin der selbsternannten „Bruderschaft – Die Schwarze Elite Lübeck“. Dabei handelt es sich um Sandra-Manuela Schröder, welche die Lebensgefährtin von Jan Petersen ist, der sich selbst als Chef der „Bruderschaft – Die Schwarze Elite Lübeck“ bezeichnet. Schröder verlor vor einigen Monaten durch antifaschistische Initiativen ihren Arbeitsplatz in der Kneipe „Zur Drehbrücke“ in Lübeck. Die „Bruderschaft – Die Schwarze Elite Lübeck“ besteht aus Neonazis, welche durch Selbstüberschätzung und Saufgelage ohne politische Theorie und Inhalt gezeichnet sind. Die Saufnazis sind alles, was Lemke noch im Stande ist auf die Straße zu holen. Auch beim Neonaziaufmarsch in Lübeck schaffte es Lemke nicht, die Mitglieder des örtlichen Kreisverbandes sowie den „Nationalen Wiederstand Lübeck“ für den „Traueraufmarsch“ zu mobilisieren. Die positive Entwicklung aus Sicht der antifaschistischen Bewegung scheint sich bis zum heutigen Tag fortzusetzen.

 

NPD-Kreisverband HL-OH vs. Verfassungsschutz

 

Der Bruch zwischen NPD- Zusammenschlüssen und den Freien Kräften scheint sich weiter fortzusetzen. Der „Nationale Wiederstand Lübeck“, welcher im vergangenen Jahr noch rege mit dem Kreisverband zusammenarbeitete, scheint sich von der Partei zu entfernen. Vor einem Jahr fuhr man noch gemeinsam zu Demonstrationen, veranstaltete Infotische wie zum Beispiel am 23.07. auf Fehmarn zum Thema „Nein – zum Bau der Fehlmarn-Belt-Querung“ oder publizierte NPD-Texte des örtlichen Kreisverbandes. Am 07.04 gab der „Nationale Widerstand“ bekannt, sich neu in einem „Aktionsbündnis Lübeck/Stormarn“ zusammengefunden zu haben. Seither ist ihre Internetseite offline, die Inhalte aus der vergangenen Zeit nicht mehr einsehbar. Schaut Mensch sich die Seite des „Aktionsbündnis Lübeck/Stormarn“ an stellt man fest, dass dort zum Wahlboykott aufgerufen wird. Man ist also nicht mehr auf einer Line mit der NPD.

 

Zeitgleich nach Auflösung des „Nationalen Wiederstandes Lübeck“ und der „Autonomen Nationalen Sozialisten Stormarn“ gründete sich ein noch anonymer Zusammenschluss, welcher sich als „National Sozialistische Störungsgruppe Holstein“ ausgibt. Der Zusammenschluss gibt an, aus „jungen Aktivisten“ zu bestehen, welche sich zur Aufgabe gemacht haben, „Personen unschädlich zu machen“, die versuchen, der Nationalsozialistischen Bewegung zu schaden. In Ihrem Blog schreiben sie unter anderem:

„Die NPD ist Teil des demokratischen Systems. Sie ist ein Teil der Lügenkette, welche wir bekämpfen! Sie (die NPD) möchte mit ihren Parolen die Bürger beruhigen, in Form von „Es gibt ja noch Alternativen … Wenn ich die CDU nicht mehr wählen kann.“ Das ist ihre Aufgabe im demokratischen Deutschland. Wenn die NPD an die „Macht“ kommt wird sich nichts ändern.“

Es kommt aber noch besser, in einem Kommentar auf „Altermedia Deutschland“ wurde am 01.04.2012 der NPD S-H und deren Kreisverbände vorgeworden, einen Verfassungsschutzmitarbeiter Anteil von mehr als 65% zu haben.

 

Weiter heißt es:

(ZITAT ANFANG; Rechtschreibfehler im Original) [ 6 ]

„Und jetzt geht es auch gleich nach Lübeck. Zu den hauptberuflichen „Geheimagenten“ Jörn L..
Und wir gehen gleich wieder aufs Ganze.

 

++ Wir fordern Deinen Rücktritt in jeder politischen Weise! Egal wo und wie! +++

 

Grund:
Grobe Verstöße gegen die nat.soz. Weltanschauung und die Betätigung als V-Mann.

Jörn wir wissen, dass Du nunmehr 10 Jahre, als V-Mann aktiv bist. In dieser Zeit hast Du mehre junge Idealisten verbrannt. Du hast dafür gesorgt, dass Menschen wegen Dir in den Schulden stecken, oder verfolgt worden bzw. werden. Du hast dafür gesorgt, dass nationale Politik keinen fruchtbaren Boden findet.
Und Du hast immer Gerüchte und Lügen verbreitet. Und dazu hast Du noch gegen Leute, die etwas erreichen, wollten (bzw. wollen) Hetze betrieben oder tust es noch.

Wir wissen das. Und wir sind die Rache.

 

  1. Du kennst sicherlich noch Jürgen G., den wir auch kennen. Das sogar persönlich.
    Auch dort hast Du es geschafft einen Menschen zu verbrennen. Du hast dafür gesorgt, dass sich Jürgen G. von uns abwendet. Du hast Unwahrheiten erzählt und seine Arbeit zunichtegemacht.
    Jürgen G. war ein fähiger Mann, der Ideen hatte und auch das Können. Ideen, welche Du aus beruflichen Gründen (Innenministerium) nicht unterstützen konntest.
  2. Dir ist Selbstdarstellung und Dein Ego wichtiger, als politische Entwicklung und Fortschritt.
  3. Auf Dich kamen nie staatliche Repressionen zu. Dir ist nie etwas passiert. Deine Kinder gehen wohl behütet auf eine Schule und Dein Leben ist gut und ausgefüllt.
  4. Du hast immer Kapital, obwohl Du Harz IV beziehst. Du hast einen Pkw, genügend Geld um Deine Projekte zu finanzieren und ganz nebenbei finanzierst Du, die monatlichen Mitgliederbeiträge, von NPD-Mitgliedern aus dem KV-Lübeck.
  5. Warum gab es gegen Dich nie wirkliche Strafanzeigen, nie Verfahren. Warum stiftest Du zu Straftaten an, aber bist dann nie dabei. Warum hast Du es am 28.6.2003 nicht zu Hausbesetzung geschafft. Warum haben die Ordnungsorgane der BRD schon im Vorwege von der Besetzung gewusst.
  6. Die einzigen Menschen die Du in den NPD-KV-Lübeck, sowie den „freien“ Widerstand aufnimmst, sind entweder Alkoholiker, Vollidioten oder absolute Asoziale.
  7. Warum versuchst Du, den Kontakt von jungen Aktivisten, in andere Bundesländer zu verhindern. Also die Vernetzung zu verhindern.
  8. Warum erziehst Du Deine Kinder nicht im nat.soz. Sinne, warum sollen Deine Kinder individuell bestimmen, welchen Lebensweg sie gehen wollen. Ist unser Ziel der Individualismus? Warum waren Deine Kinder, trotz nähe zu Mecklenburg, nie in der HDJ? (So hat der völkische Staat in seiner Erziehungsarbeit neben der körperlichen gerade auf die charakterliche Ausbildung höchsten Wert zu legen. II:2/462)
  9. Warum stellst Du Dich gezielt gegen mediale, wie auch technische Innovation. Findest Du Deine mediale Arbeit gut. Siehe mein-sh oder das Mobilisierungsvideo zu Deinem „Trauermarsch“. Warum muss bei Dir immer alles so aussehen, als wäre es von Laien oder totalen Spinnern gemacht. Warum ist alles, was Du machst, eine Katastrophe?
  10. Warum sind Deine Berichte immer voller nützlicher Information für den Staat? Z.B. woher die Teilnehmer kommen, wie viele, aus welcher Gruppe, vielleicht sogar noch Fotos etc.? Oder, siehe nur Deinen „Trauermarsch“. Du gibst die Autostellplätze der Teilnehmer, via SMS, an die Antifa weiter. Du sorgst dafür, dass es keinen Lautsprecherwagen gibt. Und ungebildete Asoziale sollen als Werbefigur, für den Trauermarsch nach außen stehen. Ronny S. ist als Werbeträger nicht geeignet, das weißt auch Du Jörn! Jörn Du wirst am >>Kampftag gegen die Reaktion<<, am 30. Juni 2012, auf dem Blog weiter behandelt. Nur sehen wir uns dazu verpflichtet, Dich schon im Vorwege unschädlich zumachen. Damit Du keinen weiteren Schaden anrichten kannst. Wir kennen Dein Leben Jörn, wir kennen Deine Geheimnisse und Gelüste. Vielleicht haben wir sogar Zugriff auf Deinem PC, zu Deiner Wohnung, oder sogar zu Deinem Pkw. Vergiss nicht: Wir sind wie der Schatten in der Nacht!“ (ZITAT-ENDE)

 

Was wie Wasser auf unsere Mühlen wirkt, ist dennoch mit Vorsicht zu genießen. Es hat den Anschein, dass es einen klaren Bruch zwischen der NPD und „Freien Kräften“ in Schleswig-Holstein gegeben hat. Wir wissen, dass der Feind unseres Feindes nicht unser Freund werden kann. Die Streitigkeiten innerhalb der Neonaziszene darf nicht bedeuten, dass sich die antifaschistische Bewegung in Lübeck und Umgebung auf den derzeitigen Umständen ausruht. Wir werden genau beobachten, wie sich die Neonaziszene entwickelt und weiterhin ungehindert alle Neonazistrukturen und deren Wurzeln entschlossen bekämpfen.

 

https://luebeck.systemausfall.org/


[1] http://de.indymedia.org/2011/03/302331.shtml

 

[2] http://de.indymedia.org/2011/02/301456.shtml

 

[3] http://logr.org/maulwurf/

Seine Domainadresse (http://maulwurfen.info/) ist auf dem Namen Rudolff Brügmann regestriert.

 

[4] http://de.indymedia.org/2010/08/288168.shtml

 

[5] http://de.indymedia.org/2011/07/311956.shtml

 

[6] http://logr.org/natsozstoerungsgruppeholstein/kommentare/

„Farbe bekennen!“ – Aufruf autonomer und antifaschistischer Gruppen zum Landtagswahlkampf 2012

Farbe bekennen!

Den rassistischen Wahlkampf in Schleswig Holstein sabotieren!

Zur Landtagswahl im Mai 2012 in Schleswig-Holstein wollen die neofaschistische NPD und die dem Spektrum der Rechtspopulist_innen, Burschenschaftlern, Verschwörungstheoretiker_innen und der „neuen Rechten“ entspringende Partei „Die Freiheit“ auf Stimmenfang gehen. Mit widerwärtigen rassistischen Plakaten und Aufrufen wird wieder gegen Menschen gehetzt werden, die nicht in das Weltbild jener Menschenfeinde passen. Mit Wahlkampfständen, Flugblattaktionen und einem Aufmarsch am 1. Mai in Neumünster wollen die (geistigen) Brandstifter unsere Straßen mit ihren platten Erklärungsmustern und auf Vernichtung basierenden Lösungsvorschlägen zumüllen. Es wird wieder gegen „kriminelle Ausländer“, Homosexuelle, „raffgierige Banker“, Linke, Wohnungs- und Arbeitslose gehetzt werden. Die Grenze zwischen Propaganda und Tat ist hier fliessend. Wenn Nazis in der Öffentlichkeit auftreten stellt dies immer eine Bedrohung gegen Menschen dar, die sie als vermeintliche „Untermenschen“ ausmachen und angreifen.

„„Farbe bekennen!“ – Aufruf autonomer und antifaschistischer Gruppen zum Landtagswahlkampf 2012“ weiterlesen

Rassistische Großdemo in Aarhus floppt

Wir dokumentieren einen Artikel von de.indymedia.org:

Busfahrt nach ganz rechts: Aktivist*innen des Hetzblogs „Politically Incorrect“ (PI), aus der rassistischen „Bürgerbewegung Pax Europa“ (BPE) und aus der antimuslimisch-rassistischen Kleinstpartei „Die Freiheit“ sowie der Hannover Division der German Defence League (GDL) ) unterstützten im dänischen Aarhus eine Kundgebung der extrem rechten „Danish Defence League“ (DDL).

Das „European Counter-Jihad-Meeting“ sollte die Bildung einer europaweiten, antimuslimischen Kampftruppe signalisieren („European Defence League“). Tatsächlich reisten nicht einmal einhundertfünfzig Teilnehmer*innen an.
Der Landesvorsitzende der bayerischen „Freiheit“ Michael Stürzenberger und PI-Autor (byzanz) aus München hatte für das von der „English Defence League“ (EDL) initiierte Treffen massiv geworben und einen Reisebus von München über Stuttgart, Heilbronn, Heidelberg, Frankfurt, Dortmund und Hannover nach Aarhus organisiert. „Dieser 31. März in Aarhus wird als Beginn des gemeinsamen europäischen Widerstandes gegen die Islamisierung in die Geschichte eingehen“, übertrieb Stürzenberger maßlos. Kritiker*innen, die selbst in den eigenen Reihen (z.B. die Blogs Quotenqueen und blu-News) vor dem extrem rechten Hintergrund der Aarhus-Aktion warnten, beschimpfte er als „Zersetzer“ und drohte ihnen (unter Rückgriff auf ein weiteres antisemitisches Stereotyp) wegen deren „Dolchstoß“: „Wir vergessen nichts!“
Im Look der EDL erschien auch die German Defence League um Andre Sachsen. „Maximalen Widerstand gegen den Islam“ versprach er. Über die GDL ist weniger bekannt als über die Defence Leagues anderer Länder. Zwar haben Abordnungen der Gruppe bereits 2010 in Amsterdam und 2011 im englischen Luton ähnliche Veranstaltungen besucht, es gibt jedoch kaum Informationen darüber, wie groß und organisiert die German Defence League ist. In Aarhus trat ein gewisser Roland Holzapfel aus Hannover als Sprecher der Gruppe in einem Interview für das dänische Fernsehen in Erscheinung und nannte dabei die Gegendemonstranten „die wahren Nazis“. Dass Holzapfel, der auch für PI an Ort und Stelle als Kameramann tätig war, aus Hannover kommt, scheint kein Zufall zu sein, denn in der niedersächsischen Landeshauptstadt betätigt sich die GDL offensichtlich bevorzugt. So berichtete die Hannoversche Allgemeine im vergangenen Monat über Verbindungen zwischen der GDL und der rechtspopulistischen Partei „Die Hannoveraner“, die im Stadtrat mit zwei Abgeordneten vertreten ist. Auch von personellen Überschneidungen war in dem Artikel die Rede. Für den Kampf gegen die Islamisierung Europas, so versprach Andre Sachsen von der German Defence League, werde er überall hinfahren. „Maximalen Widerstand gegen den Islam“ bekräftigte er. „Maximal resistenz“ prangte auch auf den Kapuzenjacken seiner Demonstrationsgruppe. Die GDL hätte schon zehn „Divisonen“ mit rund 50 Anhängern, sagte Sachsen. Die GDL verfügt zwar im antimuslimischen und rechtpopulistischen Spektrum über gute Verbindungen. Dass es sich bei ihr jedoch um mehr als nur eine kleine Splittergruppe handelt, ist unwahrscheinlich. Das offizielle Banner der Gruppe zeigt lediglich die Wappen von sechs Städten. Neben den Wappen von Hannover, Frankfurt am Main, Stuttgart und Nürnberg finden sich dort noch jene von Lippstadt in Nordrheinwestfalen und Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern. Nach einer bundesweiten Organisation sieht das nicht gerade aus. Bei einem Großteil der unzähligen Gruppen, die sich alleine auf Facebook tummeln, ist unklar, ob es sie wirklich gibt oder ob es sich um Internetfakes oder Hirngespinste Einzelner handelt.
Der Heilbronner Blogger und Referent gegen den Islam – Karl-Michael Merkle, mit Künstlernamen „Michael Mannheimer“ von der Initiative1683 – hatte zuvor gewettert, dass jede Moschee ein Stützpunkt zur Islamisierung Europas sei und die Islamisten „uns töten“ wollten. Michael Mannheimer“ hatte im April 2011 auf mehreren Homepages einen Text („Mannheimer Aufruf zum allgemeinen Widerstand“) veröffentlicht, der neben rassistischen Passagen auch einen ziemlich unverhohlenen Aufruf zum bewaffneten Kampf („Greift zu den Waffen“) enthielt. Weil ihm nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Heilbronn ein Strafbefehl und/oder ein Prozess droht, bewirbt Merkle derzeit ein Spendenkonto (auf den Namen „Michael Mannheimer“) bei der Stadtsparkasse München. Merkle trat entgegen der ursprünglich geplanten Reihefolge als erster Redner in Aarhus auf. Zuvor versuchte er einen Fotojournalisten mit der Drohung einzuschüchtern, er würde ihn in Kürze auf der Homepage „Nürnberg 2.0“ „veröffentlichen“. Auf dem Internetportal werden Journalist*innen und Politiker*innen steckbriefartig geoutet und ihnen wird ein Tribunal nach dem Vorbild der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse angedroht.
Bevor Stürzenberger seine Ansprache begann, schwenkte er ständig eine Israelfahne. „Israel steht in der direkten Frontlinie zum Dschihad“, erklärte der Ex-CSUler und schimpfte dann per Megaphon über die „Linksfaschisten“ und „Antidemokraten“. „Da hinten stehen sie“, sagte er und zeigte auf die Gegendemonstrant*innen. Dabei hat selbst die konservative Jerusalem Post nicht viel für die Rassist*innen übrig und kommentiert das Treffen in Dänemark mit Sorge.
Aus Bayern waren schließlich aus der Partei „Die Freiheit“ neben dem Landesvorsitzenden der Generalsekretär Thomas Weiß, Landesvorstandsmitglied und Schriftführer Manfred Schwaller, aus der bayerischen BPE die stellvertretende Landesvorsitzende Barbara Schöffmann und Landesgeschäftsführer Roland Heinrich sowie die Bloggerin Ilona Schliebs alias Kybeline von der BPE Stuttgart angereist. Aus den PI-Kreisen waren unter anderem „PI-News“-Autorin Monika Kaufmann aus Münchnen und Martin W., einer der seit Jahren engagiertesten Aktivisten der Münchner PI-Gruppe, mit dabei. „Wir sind keine Rassisten, der Islam ist aber ein politisches Programm der Weltbeherrschung”, sagte eine etwa 40-Jährige Frau aus München beim Warten auf den Veranstaltungsbeginn. Ein Mann, knapp 20 Jahre von der „Generation Freiheit“ aus Frankfurt am Main, ergänzte: „Mit dem Koran haben die eine Rechtfertigung uns zu töten“. Im einem YouTube-Video ist er mit der Aussage zu hören, dass sich „die Völker Europas nicht widerstandslos unterdrücken lassen wollen, sei es durch eine pseudoreligiöse Diktatur einer religiösen Ideologie oder einer EU-Diktatur, die Diktatur einer kleinen Minderheit um eine große Mehrheit die komplett unmündig ist“.
Hier werden bekannte Freund-/Feind-Bilder und Verschwörungstheorien angedeutet, die durchaus an antisemitische Ideologien erinnern. Dabei ist die häufig hervorgeholte Gleichsetzung „des Islams“ mit den NS-Verbrechen durch die Islamhasser*innen eine Relativierung und Verharmlosung der Shoah. PI-News bietet den antisemitischen Ideologien von kreuz.net und der Priesterbruderschaft St. Pius X eine breite Plattform an. Von daher gibt es innerhalb der PI-Szene neben dem vorherrschenden antimuslimischen Rassismus auch unterschwelligen Antisemitismus.
Eine Stunde vor der „Anti-Dschihad“-Kundgebung hatte eine Gegendemonstration am Rathaus begonnen. An die 5.000 Demonstrant*innen waren dem Motto „Vielfalt für Aarhus“ eines breiten Bündnisses gefolgt. Es war die größte antifaschistische Demonstration in der Stadt seit 20 Jahren. Flaschen und Steine flogen auf die Versammlung der antimuslimischen Rassist*innen im Molleparken, nachdem vermummte EDL- und DDL-Anhänger*innen Gegendemonstrant*innen angegriffen hatten. Am Ende der Kundgebung, als die letzten „Anti-Dschihad“-Teilnehmer*innen mit einen Bus wegfahren wollten, flogen Steine und Flaschen, wurden Barrikaden errichtet und daraufhin etwa 80 Gegendemonstranten von der Polizei festgenommen. Die antimuslimischen Rassist*innen aber erfolgreich vertrieben – zumindest für diesen Tag.
Siehe auch: Infoaktion gegen Emil, Rassist aus Mannheim.
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