Mehr als 100 Antifaschist:innen versammelten sich am frühen Mittwochabend (04.02.2026) trotz Minusgraden auf dem Dreiecksplatz in Kiel, um spontan gegen die wenige Stunden zuvor erfolgte Verurteilung der drei im Budapest-Komplex verfolgten Antifaschist:innen Maja, Gabriel und Anna auf die Straße zu gehen.





Nach einem Auftaktredebeitrag der Autonomen Antifa-Koordination Kiel, der die unbedingte Notwendigkeit von Solidarität mit denjenigen Genoss:innen betonte, die die staatliche Repression gegen die Bewegung mit voller Härte konkret abbekommen und hinter Gittern absitzen müssen, zog die Demo unter lauten Parolen und gelegentlichen Megaphondurchsagen die Holtenauer Straße hinauf und über die Waitzstraße und den Knooper Weg zum Exerzierplatz. Nachdem zwischenzeitlich bengalische Fackeln die dunklen Straßen erleuchtet hatten, belagerte die Polizei den Zug bis zum Abschluss mit engem Spalier, weitergehende repressive Maßnahmen blieben jedoch aus.



Bevor die Aktion am Endpunkt schließlich aufgelöst wurde, wurde Majas eindrückliche Erklärung zur Urteilsverkündung verlesen. Nach einer guten Stunde wurde die Versammlung anschließend planmäßig aufgelöst.



Maja wurde in dem politisch motivierten Schauprozess in Budapest zu einer Haftstrafe von acht Jahren verurteilt und hat bereits 550 Tage unter menschenunwürdigen Bedingung in Isolationshaft im ungarischen Knast verbringen müssen, nachdem das LKA Sachsen Maja rechtswidrig in das rechtsautoritär regierte Ungarn verschleppt hatte. Gabriele wurde in Abwesenheit zu sieben Jahren Haft verurteilt, Anna bekam zwei Jahre auf Bewährung. Allen wurde vorgeworfen, vor drei Jahren an militanten Angriffen auf Teilnehmer:innen des Neonazi-Großaufmarschs „Tag der Ehre“ in Budapest beteiligt gewesen zu sein. Sowohl Maja, als auch die Staatsanwaltschaft kündigten Berufung gegen das Urteil an.





