Etwa 200 Menschen versammelten sich am Donnerstagabend auf dem Asmus-Bremer-Platz in der Kieler Innenstadt zur Gedenkkundgebung anlässlich des sechsten Jahrestags der rassistischen Morde von Hanau am 19.02.2020. Zu der Veranstaltung unter dem Motto „Tot sind wir erst wenn man uns vergisst“ hatten Embipoc – Empowerment von Black, Indigenous und People of Color und Seebrücke Kiel aufgerufen.


In verschiedenen Redebeiträgen wurde der Amoklauf von Hanau als Zäsur für migrantische Communities behandelt, die eine Eskalation der permanenten rassistischen Hetze sowie des Versagens der staatlichen Behörden dargestellt hat. Migrantisierte Menschen mussten erfahren, dass sie sich auf den Staat und auch die weiße Mehrheitsgesellschaft nicht verlassen können, dessen Konsequenz der entschlossene Kampf gegen Rassismus und jede Menschenfeindlichkeit ist. Desweiteren wurde der bedrohliche und weiterhin andauernde Aufstieg der extremen Rechten in der BRD thematisiert.


Abschließend wurden jeweils Schweigeminuten für Ferhat Unvar, Hamza Kurtović, Said Nesar Hashemi, Vili-Viorel Păun, Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu, Sedat Gürbüz und Gökhan Gültekin abgehalten, die vor sechs Jahren von einem deutschen Rassisten in Hanau-Kesselstadt erschossen wurden. Beschlossen wurde das diesjährige Gedenken mit musikalischen Beiträgen.

Wie jedes Jahr fanden am und um den 19. Februar zahlreiche Gedenkaktionen statt, zu der die Initiative Initiative 19. Februar Hanau aufgerufen hatte. In Kiel tauchten darüber hinaus wieder zahlreiche Plakate im Stadtbild auf und öffentliche Gedenkorte wurden errichtet. Bereits am Mittwochabend fand eine kleine Vorabenddemo im Stadtteil Gaarden statt.


