Antifa-Wochenende 2026: Prepare for dystopia – organize for revolution

Datum/Zeit
15.05.26 - 17.05.26
17:00

Veranstaltungsort
Alte Meierei


Vom 14. bis zum 17. Mai 2026 laden wir alle Antifaschist:innen wieder zu unserem alljährlichen Antifa-Wochenende in Kiel ein. Der Startschuss fällt am Donnerstagabend mit dem regulären Antifa-Café in der Alten Meierei. Hier setzt sich dann am Freitag und Samstag auch das Programm des Wochenendes fort. Seinen Abschluss findet alles am Sonntag im Stadtteilladen Anni Wadle. In diesen vier Tagen wird eine Fülle an Vorträgen und Workshops zu verschiedenen Facetten antifaschistischer Politik in Theorie und Praxis geboten. Merkt euch den Termin und kommt vorbei!

Dabei sehen die Zeiten düster aus: Der Kriegskurs der Herrschenden ist im vollen Gange und allmählich komplett außer Rand und Band. Das Jahr 2026 ist noch keine drei Monate alt und die Liste an globalen Großereignissen ist jetzt schon zu lang, um sie hier umfassend nennen zu können. Wir erleben derzeit eine permanente militärische Eskalation durch die westlichen Imperialmächte mit Trumps zunehmend faschisierter USA als Speerspitze, welche sich absehbar so schnell nicht entspannen wird. Die Folgen des jüngst zusammen mit Israel entfesselten Krieges mit dem Iran sind unvorhersehbar. Der unverhohlene Cowboy-Imperialismus ist zurück auf der Weltbühne: Ganz egal ob Karibik oder Westasien, skrupellos und unter offenener Missachtung der bisher gültigen internationalen Spielregeln werden unbequeme Regierungsoberhäupter wie Nicolás Maduro in Venezuela abgesetzt, um nationale Reichtümer und Ressourcen anschließend dem westlichen Kapital zur totalen Ausbeutung zum Fraß vor zu werfen. Fast gleichzeitig versuchten reaktionäre Kräfte in Syrien, ebenfalls mit Rückendeckung der dort wirkendenden Imperialamächte, den revolutionären Aufbau in Rojava zu zerschlagen und wieder in den Zentralstaat einzugliedern. Die BRD steht dabei nicht außen vor, sondern gefällt sich in der Rolle des Stiefelleckers des Trump-Regimes und als Profiteurin des globalen Krieges, allen voran die florierende Rüstungsindustrie. Und über den drohenden Klimakollaps redet derweil fast niemand mehr.

Die Merz-Regierung macht sich derweil daran, Arbeiter*innen systematisch zu entrechten, die Jugend wieder zum Wehrdienst zu zwingen und mit Sozialkahlschlag durch die Republik zu ziehen, während Milliarden in die militärische Aufrüstung versenkt werden. Das volle Zerstörungspotenzial des in die Krise geratenen Kapitalismus offenbart sich mittlerweile auf allen Ebenen. Die westliche Hegemonie ist am bröckeln und die Herrschenden sind bereit, diesen Planeten lieber der kriegerischen Vernichtung preizugeben, als ihre Macht zu verlieren. Dass in Zeiten von Krise, unversöhnlicher globaler Konkurrenz, Krieg und Sozialabbau Nationalismus, Rassismus, Sozialdarwinismus und damit vor allem rechte und reaktionäre Kräfte an Aufwind gewinnen, ist wenig überraschend. Die AfD droht vielerorts zur stärksten parlamentarischen Kraft zu werden, international sitzt ihresgleichen teilweise längst an den Hebeln der Macht.

Als Antifas stehen wir deshalb zweifelsohne vor großen Herausforderungen in historischen Zeiten. Klar ist und täglich deutlicher wird, dass ein Antifaschismus, der die Klassenverhältnisse und die tobenden Machtkämpfe um den Weltmarkt nicht erkennt und den Kapitalismus sowie den bürgerlichen Staat nicht ins Fadenkreuz nimmt, zum scheitern verurteilt ist. Faschismus wächst und gedeiht aus der Krisenhaftigkeit und der Konkurrenz des Kapitalismus. Diese Erkenntnis muss Maßstab unserer alltäglichen Kämpfe sein.

Doch wie müssen wir als Bewegung in diesen Zeiten aufgestellt sein, um dem Wahnsinn des Endzeit-Kapitalismus ernsthaft etwas entgegensetzen zu können? Wie können wir unsere Strukturen schützen, während der Repressionsapparat mit immer größerer Härte um sich schlägt? Und andererseits: Was für Chancen stecken vielleicht auch in diesen Zeiten und was können wir darüber von anderen Bewegungen lernen?

In diversen Vorträgen und Workshops wollen wir nach Antworten suchen, uns kennenlernen, vernetzen und organisieren, denn die einzige Alternative zur aufziehenden Dystopie kann nur der revolutionäre Bruch mit dem Bestehenden sein. Ob schon länger dabei oder gerade neu dazu gestoßen: Wir laden alle Antifaschist:innen zu einem produktiven und solidarischen Zusammenkommen und Austausch unter Genoss:innen ein, um die wachsenden Herausforderungen, mit denen wir als Linke derzeit konfrontiert sind, gemeinsam zu entschlüsseln und auch weiterhin kollektiv und konsequent entgegen treten zu können.

Kommt zum Antifa-Wochenende 2026 – go get organized!


Veranstaltungen und Zeitplan (Änderungen vorbehalten!)

Donnerstag: Antifa-Café | Alte Meierei (Hornheimer Weg 2, Kiel)


Freitag: Antifa-Wochenende Tag 1 | Alte Meierei (Hornheimer Weg 2, Kiel)

2015 kamen Debatten in Antifa-Zusammenhängen auf, wie und mit wem der drohende Faschismus aufzuhalten sei. Für diesen Doppelband wurden Texte aus den Jahren 2015-2025 ausgewählt, mit denen der Stand aktueller Debatten dokumentiert und eine Grundlage geschaffen werden soll, diese in die Praxis zu übersetzen und weiterzuentwickeln. Nach einer kurzen Buchvorstellung wollen zwei der Herausgeber*innen mit euch in die Diskussion gehen.

  • 18.30 Uhr: Abendessen
  • 19 Uhr: Begrüßung (Autonome Antifa-Koordination Kiel)
  • 19.30 Uhr: Wie KI rechten Bewegungen zu Macht verhilft (Capulcu)

Die derzeitige Stärke autoritärer und neofaschistischer Strömungen weltweit fällt zusammen mit einer wachsenden Verunsicherung durch multiple Krisen und einem massiven Bedeutungszuwachs ‚sozialer‘ Medien innerhalb der letzten fünf Jahre. Algorithmisch verstärkte Polarisierung über Hass, Hetze und Falschinformation zerstört dabei weit mehr als ‚nur‘ eine gemeinsame Debattenkultur. Eine Flut von postfaktischem Unsinn (sogenannter Bullshit) zersetzt die Grundlage für politische Willensbildung. Das ist leider kein unschöner Nebeneffekt einer ‚neutralen‘ technologischen Entwicklung, sondern vielmehr Teil eines technologischen Angriffs, angetrieben von einer patriarchalen und ideologisch immer offener rechtsextrem auftretenden Tech-Oligarchie. Die ‚Tech-Oligarchie‘ stellt dabei nicht nur Technologien zur Verfügung, die insbesondere extrem rechten Bestrebungen nützlich sind, sondern befeuert aktiv einen breit angelegten rechten Kulturkampf. Ihr radikal anti-demokratisches Technologieversprechen mit dem Fluchtpunkt einer superintelligenten KI dient dabei als visionäre Fortschrittserzählung, die angesichts mangelnder emanzipatorischer Perspektiven in der Mehrfachkrise mehr und mehr verfängt. Eine antifaschistische Gegenbewegung kann dieses autoritäre Zukunftsprojekt nicht ignorieren. Das Capulcu Kollektiv zeigt auf, wie ChatGPT mit den ‚sozialen‘ Medien als Resonanzraum die extreme Rechte befördert, Ungleichheit vergrößert und Kollektivität zersetzt; und warum die Rechtsentwicklung der BigTech-Protagonisten mehr als nur ein ‚Trump-Effekt‘ ist.

  • 21.30 Uhr: Das Antifa-Wochenende singt Arbeiter:innenlieder (Autonome Antifa-Koordination Kiel)

Arbeiter*innenlieder und die dazugehörigen Gesangsvereine sind geschichtlich ein starker kultureller Ausdruck des Klassenkampfs und der politischen Identität sozialistischer Bewegungen. Mit den Liedern werden Geschichten der Ausbeutung und der Unterdrückung, aber auch der Solidarität und des Widerstands transportiert. Historische Kämpfe werden dadurch am Leben gehalten und als Inspiration für heutige Bewegungen weitergegeben.

Wir werden einige besonders bedeutsame und/oder schöne Lieder der revolutionären und antifaschistischen Linken sowie deren Entstehungsgeschichte vorstellen und laden dann zum gemeinsamen Trällern ein. Mitsingen ist Pflicht, Töne treffen nicht. Falls auch ihr ein Lied vorstellen wollt, bringt gerne entsprechende Texte mit.


Samstag: Antifa-Wochenende Tag 2 | Alte Meierei (Hornheimer Weg 2, Kiel)

Als Delegation von Internationalist:innen sind wir im September 2025 nach Nordkurdistan gereist. Wir wollten erfahren, was sich fast zwei Jahre nach der Kommunalwahl und dem durch Abdullah Öcalan ausgerufenen Friedensprozess seit Februar 2025 für die kurdische Gesellschaft verändert hat. Auf der Reise haben wir uns auch auf die Suche nach den selbstverwalteten Gesellschaftsstrukturen begeben, die mit der Ausrufung der demokratischen Autonomie 2015 ihren Höhepunkt fanden. Dabei haben wir die Stimmen von Parteien, Organisationen und der Zivilgesellschaft eingefangen. Ein besonderer Fokus lag dabei auf den selbstorganisierten Frauenstrukturen, die eine Vorreiterrinnenrolle in der Revolution von Kurdistan einnehmen.

  • 11 Uhr: Transparente malen (Autonome Antifa-Koordnation Kiel)

Politische Transparente gehören auf Demonstrationen und andernorts zu den  wichtigsten Kommunikationsmitteln der Inhalte und Forderungen, für die wir auf die Straße gehen. Zudem können sie Schutz vor Kameras und Polizeiübergriffen bieten. Stellt sich nur die Frage: Woher kriegt die Antifa eigentlich immerzu ihre stylischen Banner, wenn sie doch bekanntermaßen über sehr begrenzte finanzielle Ressourcen verfügt? Die Antwort soll in diesem Workshop gegeben werden. Worauf sollte beim  Design der Vorlage geachtet werden? Welche Größe eignet sich für welchen  Zweck? Welches Material und welches technische Equipment wird benötigt? Um Nützliches mit dem Nützlichen zu verbinden, werden wir im Praxisteil des Workshops ein Transparent für anstehende antifaschistische Kämpfe in Kiel malen.

  • 11 Uhr: Klettern gegen Klimakrise, Aufrüstung und Faschismus – Skillshare (MfG5 bleibt zivil)

Sei es, um ein Transpi gut sichtbar zu platzieren, sich von einer Brücke abzuseilen und damit Auto-, Schiffs- oder Schienenverkehr zu blockieren oder um ein Baumhaus zu bauen und damit auf eine wichtige Sache aufmerksam zu machen oder sich aktiv für den Erhalt von Wäldern einzusetzen: Aktionsklettern lässt sich vielseitig einsetzen.

Seit Oktober letzten Jahres ist das Baumhaus auf dem ehemaligen MFG5-Gelände in Kiel Holtenau ein fester Bestandteil vom Protest gegen den (Rück)Verkauf des Wohn- und Kulturortes und städtischen Freiraumes am Wasser an die Bundeswehr. Geflüchtete, sozialer Wohnungsbau, Wagenplatz, Skateplatz und Jugendtreff sollen dort dem neu aufgestellten Seebattalion der deutschen Marine weichen. Im Zeichen von Aufrüstung und Militarisierung nur einer von vielen Aspekten, gegen die es sich auch aus antifaschistischer Perspektive aufzulehnen Not tut!

Beim Skillshare lernt ihr die Grundlagen des Seilkletterns mit Raupenknoten und Abseilacht. Bringt dafür bitte festes Schuhwerk, bequeme Kleidung und bei längeren Haaren ein Haargummi und/oder einen Schlauchi mit! Auch Menschen, die nicht so viel Kraft und Ausdauer haben sind herzlich willkommen – wir versuchen es ohne Hektik und mit Tipps zum Kraftsparen allen zu ermöglichen, soweit zu kommen wie sie können und wollen.

  • 12.30-13 Uhr: Pause
  • 13 Uhr: Das neue Polizeigesetz in Schleswig-Holstein Vortrag/Workshop (Bündnis gegen den Ausbau der polizeilichen Überwachung)

Automatisierte Datenanalyse, erweiterte Videoüberwachung mit Verhaltensscans, biometrische Fernidentifizierung, Präventivgewahrsam und elektronische Aufenthaltsüberwachung – so sehen die geplanten Änderungen des Polizeirechts in Schleswig-Holstein vor und auch bundesweit bekommt die Polizei mehr Überwachungsbefugnisse. Wer wissen will, worum es dabei genau geht, was daran problematisch und was wir dagegen tun können ist hier richtig.

  • 13 Uhr: Widersetzen Kiel goes Erfurt – den Bundesparteitag der AfD blockieren! (Widersetzen Kiel)

 Die AfD könnte dieses Jahr bei zwei Landtagswahlen als stärkste Kraft hervorgehen. Ihre menschenverachtende Politik sickert stetig weiter in gesellschaftliche Diskurse ein, verschiebt Sagbares und befeuert die Zunahme rechter Angriffe. Wir werden das nicht einfach hinnehmen! Deswegen lasst uns gemeinsam am 4. Juli den AfD-Bundesparteitag mit tausenden anderen blockieren und einmal mehr entschlossen zeigen: Kein Fußbreit den Faschisten, weder auf der Straße, noch in den Parlamenten!

Nach dem Vortrag zu der kommenden antifaschistischen Mobilisierung nach Erfurt habt ihr die Möglichkeit Tickets für die Busanreise aus Kiel zu kaufen.

Für alle, sich für bunte Wände begeistern können, bieten wir einen Einstieg in die Graffiti-Basics. Wir werden verschiedene Techniken mit euch ausprobieren, mit denen ihr eure Kunst bzw. Propaganda an die Wand bringen könnt. Außerdem bereiten wir das Soli-Bild mit euch vor. Egal ob ihr noch nie eine Dose benutzt habt oder schon erfahren seid, kommt gerne dazu. Dosen braucht ihr nicht mitrbingen.

In den vergangenen Jahren waren Antifaschist:innen vermehrt gezwungen, sich den staatlichen Repressionsorganen zu entziehen, indem sie in den Untergrund gegangen sind. Doch Leben im Untergrund – was bedeutet das? Welche Einschränkungen müssen Genoss:innen dafür in Kauf nehmen? Welche Auswirkungen hat das für Familie und Freund:innen und wie ist die rechtliche Perspektive? Diese Fragen wollen wir mit Zaid, einem der Verfolgten im Budapest Komplex, der aus dem französischen Exil zugeschaltet sein wird, Rechtsanwalt Alexander Hoffmann und der Soligruppe Family and Friends diskutieren.

Fünf Jahre nach der Eröffnung des Abschiebeknastes in Glückstadt zeigt  sich, dass die Inhaftierten tagtäglich völlig entgrenztem  institutionellen Rassismus ausgesetzt sind. Weit mehr als 1000 Menschen  wurden bisher in Glückstadt inhaftiert. Die Verzweiflung der Gefangenen  ist groß – die Haft ist zermürbend, ein Zustand des Wartens in Angst.   In den meisten Fällen folgt auf die Haft die Abschiebung.

Im Vortrag sollen die Stimmen der Inhaftierten zu Wort kommen.  Sie  berichten von katastrophalen Haftbedingungen, unzureichender  medizinischer Versorgung und enormen psychischen Druck. Die brutale  Realität in Glückstadt ist dabei kein Einzelfall, sondern Teil eines  erbarmungslos agierenden europäischen Grenz- und Abschottungsregimes.  Mit der Umsetzung der GEAS- Reform werden Abschottung, Internierung und  beschleunigte Abschiebungen immer weiter ausgebaut. Neben den Worten  Inhaftierter, sollen aktuelle politische Entwicklungen und die Funktion  von Abschiebknästen als Bestandteil des Abschottungsregimes in den Blick genommen werden.

Als Antifaschist*innen und linksradikale Aktivist*innen wird uns auf Kundgebungen und Demonstrationen immer mehr Repression in Form von massiver Polizeigewalt entgegengebracht. Deshalb gibt es auch in Kiel eine lokale Ersthelfer*innengruppe aus der Bewegung für die Bewegung. Wir begleiten Veranstaltungen und möchten unser Wissen gerne teilen. Es geht um Basics wie Augenspülen und Hautbehandlung bei Pfefferspray-Einsätzen, aber auch um unsere Ausrüstung und Erstversorgung bei schweren Verletzungen und wann es wichtig ist, den RTW zu rufen. Nicht alle können in den ersten Reihen stehen, aber eine solidarische Erstversorgung kann helfen die Reihen zu halten. Polizeigewalt kann uns alle treffen, lasst uns deshalb vorbereitet sein, lasst uns solidarisch gemeinsam kämpfen und uns versorgen – weil’s notwendig ist.

  • 18-19 Uhr: Abendessen
  • 19 Uhr: Eine neue Epoche? Zeitenwende, neue Weltordnung, Kriegstüchtigkeit: Über den Wandel des Kapitalismus und Perspektiven seiner Überwindung (Organisierte Autonomie)

Krieg, Sozialabbau und Rechtsentwicklung sind die prägenden Themen unserer Zeit. Während weltweit eine neue, multipolare Ordnung entsteht, gerät der Globale Norden durch die zunehmende imperialistische Konkurrenz unter Druck und versucht seine Vorherrschaft zu behaupten – mit Sanktionen und mit der Vorbereitung auf den Krieg. Die BRD versucht in dieser Gemengelage, ihre Position als ökonomische und politische Macht zu sichern und möchte kriegstüchtig werden. Die Grundlage dieser Entwicklung liegt in der tiefen und mehrdimensionalen Krise des Kapitalismus. Um ihre Profite trotz dieser zu sichern, werden die Kosten über Sozialabbau, Reallohnverluste und Preissteigerungen auf die arbeitende Klasse abgewälzt. Die Folgen spüren wir alle. Der Staat greift dabei zunehmend repressiv ein, um die Stabilität der herrschenden Ordnung zu gewährleisten und den Anforderungen des Kapitals zu dienen. Diese Krisendynamik nützt vor allem den Monopol- und Großkonzernen, die durch staatliche Politik abgesichert werden. Kleinere Kapitalfraktionen geraten dagegen unter Druck. Diese Entwicklung wird verstärkt durch den Zuspruch vieler, die sich politisch nicht mehr repräsentiert fühlen. Dies führt zur gesellschaftlichen Rechtsentwicklung, die bei weitem nicht auf die AfD begrenzt ist, sondern sich quer durch das politische Spektrum zieht.

Wir weigern uns, diesen Entwicklungen einfach tatenlos zuzusehen. Wir wollen eingreifen, Perspektiven schaffen, den Klassenkampf vorantreiben und so zur Entwicklung einer Linken auf Höhe der Zeit beitragen. Doch wie gelangen wir von den Abwehrkämpfen gegen die kapitalistische Dystopie zu einer sozialrevolutionären Perspektive? Dazu müssen wir zunächst verstehen, was vor sich geht, aber auch konkrete Kämpfe im Hier und Jetzt entwickeln, die als Keimzelle von Gegenmacht zu den bestehenden Krisenverhältnissen dienen können.

  • 21 Uhr: Familien-Duell – Antifa Edition (Autonome Antifa-Koordnation Kiel)

„Wir haben 100 Antifas gefragt: Nennt etwas, womit man sich gut vermummen kann.“ Am Samstagabend des Antifa-Wochenendes wird es spannend. In Teams könnt ihr gegeneinander antreten, um die Top-Antworten auf die wichtigsten Fragen unserer Bewegung zu geben. Dabei sind Kreativität und Schnelligkeit am Buzzer gefragt. Spaß für die ganze Bezugsgruppe und Top-Gewinne garantiert!


Sonntag: Antifa-Wochenende Tag 3 | Stadteilladen Anni Wadle (Kieler Str. 12, Kiel-Gaarden)

  • 10-11 Uhr: Frühstück
  • 11 Uhr: Wie baut man eine antimilitaristische Bewegung im Stadtteil auf? Workshop mit dem Stadtteilkomitee Wedding

Wir kriegen die Auswirkungen der globalen Kriegstreiberei immer stärker  in unserem Alltag und unseren Nachbarschaften zu spüren. Mit dem neuen  Wehrdienstgesetz sollen junge Menschen wieder zu Kanonenfutter gemacht  werden, weltweit mordende Waffen werden direkt vor unserer Haustür  produziert und soziale Angebote werden gekürzt, weil Milliarden in  Panzer gesteckt werden.

Aber wie und wo kann man Kriege stoppen und den Militarisierungswahn  durchbrechen? Unsere Nachbarschaft ist ein zentraler Ausgangspunkt um  eine langfristige Bewegung gegen Krieg und Militarisierung aufzubauen.  Durch revolutionäre Stadtteilarbeit kann die gesellschaftliche Basis für  eine antimilitaristische Bewegung organisiert werden.

Welche Potenziale aber auch Fallstricke dieser Ansatz bietet und ob  Wimpel in Fenstern, Beratung zur Kriegsdienstverweigerung,  Haustürgespräche oder Demonstrationen das geeignetste Werkzeug sind, dass diskutieren wir mit den Genoss:innen vom Stadtteilkomitee Wedding.  Daran anschließend wollen wir im Stadtteilladen Anni Wadle das Gespräch  öffnen, welche Ansätze es schon hier vor Ort gibt und was mögliche und  notwendige nächste Schritte für eine antimilitaristische Bewegung sind.

Das Stadtteilkomitee Wedding macht seit vielen Jahren Basisarbeit im  Berliner Wedding und sammelte in den letzten Monaten Erfahrungen der  Organisierung gegen eine Rüstungsproduktion im Kiez. Als Teil des Bund der Kommunist:innen streben sie die Selbstverwaltung von Nachbarschaften zum Aufbau von revolutionärer Gegenmacht an.

  • 13 Uhr: Abschlussrunde

Außerdem: Büchertisch, Abhängen und vieles mehr…

Aktuelle Infos und Planänderungen findet ihr immer auf dieser Seite. Falls ihr weitere Fragen habt oder einen Schlafplatz benötigt, meldet euch gern hier: antifa-kiel[at]riseup.net

Ausgewählte Veranstaltungen des Antifa-Wochenendes finden in Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung Schleswig-Holstein statt. 

www.altemeierei.de | stadtteilladen.gaarden.net