Etwa 700 Menschen beteiligten sich am Sonntagmittag (18.01.2026) an spontanen und breit getragenen Protesten gegen die Neugründungsversammlung der schleswig-holsteinischen AfD-Jugend in Neumünster. Die „Generation Deutschland“ tagte in einer Lagerhalle in der Christianstraße, die bereits wiederholt Austragungsort rechter Veranstaltungen gewesen ist. Die Gegenkundgebung, die der Verein für Toleranz und Zivilcourage und andere lokale Akteur:innen der Zivilgesellschaft nach Bekanntwerden der GD-Versammlung binnen weniger Tage initiiert und zu der antifaschistische Strukturen landesweit mobilisiert hatten, fand seit dem Vormittag in unmittelbarer Nähe zur Zufahrt zum Industriekomplex statt.




Bereits zu Beginn der Kundgebung sorgte die Eskorte einiger rechter Delegierter durch die Kundgebung für Unmut und Schubsereien mit der Polizei. Als kurz darauf eine Spontandemo von 100 Antifaschist:innen eintraf, die über den Bahnhof angereist waren und sich von dort selbstbestimmt die Straßen zum Ort des Geschehens genommen hatten, griff die Polizei die Kundgebung abermals brutal mit Tritten und Schlägen an, um en Jung-Faschist:innen ungestörten Zugang zur Halle zu gewähren. Ein weiterer Gewaltschub durch die 2. Einsatzhundertschaft ließ nicht lang auf sich warten. Mehrere Antifas wurden in beiden Situationen verletzt.




Nichtsdestototrotz konnten die gut 30 Teilnehmer:innen der GD-Gründung, die die Kundgebung unter Polizeischutz passieren mussten, gebührend mit lauten „Nazischweine“-Rufen und antifaschistischen Parolen und Gesängen empfangen werden. Auf der Kundgebung selbst offenbarten sich altbekannte Schwierigkeiten bei der Bündniskonstellation: So standen viele kluge Worte, u.a. von der VVN-BdA Neumünster, der Autonomen Antifa Koordination Kiel oder Lennart Niemeyer, neben unsäglichen Beiträgen z.B. eines Vertreters des Unternehmerverbandes. Dabei ist es doch gerade der Klassenkampf von Oben, der in der Krise den Rechtsruck beflügelt, weshalb der Kampf gegen die faschistische Gefahr nicht mit dessen Protagonist:innen geführt werden kann.




Nach zweieinhalb Stunden löste sich der insgesamt durchaus erfolgreiche Gegenprotest auf. Zahlreiche Antifas begaben sich darauf geschlossen als Demo zurück zum Bahnhof.





