18.03.26
18:00
Veranstaltungsort
Platz der Matrosen
Demonstration zum Tag der politischen Gefangenen:
Mittwoch, 18.03.2026 | 18 Uhr | Platz der Matrosen | Kiel
Aufruf der Autonomen Antifa-Koordination Kiel:
Solidarität kennt keine Knastmauern: Freiheit für alle Antifas – heraus zum Tag der politischen Gefangenen!
Am 18. März begehen wir als Linke seit über 100 Jahren den Tag der politischen Gefangenen. Dieser Tag hat in den letzten Jahren auch in der BRD an Bedeutung gewonnen. In Zeiten der kapitalistischen Krise erleben wir eine massive Militarisierung der Polizei, einen Ausbau der Überwachungsorgane, Gesetzesverschärfungen und zunehmende Hetze gegen politische Kräfte, die sich der autoritären Formierung der bürgerlichen Gesellschaft in den Weg stellen. Immer mehr Aktivist*innen sehen sich von Repressionen bis hin zu Knast bedroht und betroffen.
Dabei sind der Skrupellosigkeit des Staates kaum noch Grenzen gesetzt: Am 4. Februar dieses Jahres wurde die antifaschistische Aktivist*in Maja in Budapest nach einem monatelangen Schauprozess wegen der Beteiligung an Aktionen gegen den Neonazi-Großaufmarsch „Tag der Ehre“ zu acht Jahren Haft verurteilt. Die rechtswidrige Auslieferung von Maja an das rechte ungarische Orban-Regime durch die BRD bildete das Fundament der Mauern, in denen Maja seit nunmehr eineinhalb Jahren unter menschenunwürdigen Bedingungen gefangen ist. Majas Urteil ist aber nur ein besonders drastischer Höhepunkt der Kriminalisierung antifaschistischer Politik. Vor wenigen Wochen begann in Düsseldorf der nächste Prozess im „Budapest-Komplex“ gegen Paula, Nele, Emi, Moritz, Clara und Luca. Bereits im letzten Jahr wurde Hanna aus Nürnberg zu fünf Jahren Haft verurteilt.
Zeitgleich werden zahlreiche Genoss:innen weiterhin im „Antifa-Ost“-Verfahren angegriffen, mit denen notwendiger militanter antifaschistischer Selbstschutz in Regionen, aus denen der „NSU“ erwachsen ist und in denen die AfD mittlerweile die stärkste parlamentarische Kraft stellt, kriminalisiert und zerschlagen werden soll. Nachdem Lina bereits vor drei Jahren zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde, läuft seit November nun ein weiterer Mammutprozess gegen sieben Antifaschist:innen in Dresden
Auch in Kiel sehen sich Aktivist*innen immer häufiger bedroht, wenn sie sich dem Aufstieg des Faschismus auf der Straße entgegen stellen. Allein im letzten Jahr wurden zahlreiche Anquatschversuche durch den Verfassungsschutz bei jungen Antifaschist:innen öffentlich und diverse Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit Protesten gegen AfD-Umtriebe eröffnet. Darüber hinaus sind antifaschistische Aktionen regelmäßig mit Gewaltexzessen von Polizeischläger:innen konfrontiert. Der Knast ist im bürgerlichen Repressionsapparat die brutalste Form der Einschüchterung und Lähmung politischer Bewegungen. Im Kleinen lässt sich die repressive Angstmache auch in Kiel überall dort spüren, wo sich Genoss:innen selbst ermächtigen und selbstbestimmt agieren. Das gerade in Verhandlung befindliche neue Polizeigesetz in Schleswig-Holstein wird diese Situation absehbar noch verschärfen.
Unsere Genoss*innen in den Knästen sehen sich der bitteren Realität der Isolation von der Außenwelt und dem menschenfeindlichen Alltag hinter Gittern ausgesetzt. Es ist wichtig, diese Isolation zu durchbrechen und die Knastmauern zu überwinden, indem wir unsere Gefangenen nicht vergessen und draußen für sie kämpfen. Die Repression des Staates soll widerständiges und revolutionäres Handeln lähmen, um die Perspektive auf ein besseres Leben und eine befreite Gesellschaft zu zerstören. Doch wir dürfen uns nicht brechen lassen, gerade in Zeiten, in denen faschistische Kräfte erstarken, die Mitte weit nach rechts rückt, soziale Errungenschaften zerschlagen werden, Kriege eskaliert werden und der Kapitalismus den Planeten aufzufressen droht.
Wenn der Staat angreift, müssen wir als Linke geschlossen zusammenstehen, uns mit betroffenen Genoss:innen solidarisieren und gemeinsam ihre Repressionen abwehren. Denn treffen wird es immer Einzelne, gemeint sind stets alle, die sich gegen Faschismus, Ausbeutung und Unterdrückung zur Wehr setzen.
Freiheit für alle politischen Gefangenen – gemeinsam gegen ihre Repressionen!
Aufruf des Kieler 18. März-Bündnis:
Freiheit für alle politischen Gefangenen – gemeinsam gegen ihre Repressionen!

