23 Jahre nach den Mordanschlägen von Mölln: Gedenkkundgebung in Gaarden

Anlässlich des Jahrestags der rassistischen Mordanschläge von Mölln 1992 versammelten sich am kalten Sonntagnachmittag (23.11.2025) bis zu 80 Antifaschist:innen auf dem Bahide-Arslan-Platz in Kiel-Gaarden. Parallel zu den Gedenkaktivitäten der Familien Arslan und Yilmaz in Mölln rief der Runde Tisch gegen Rassismus und Faschismus wie mittlerweile jedes Jahr auch zu einer Gedenkkundgebung in Kiel auf.

Zahlreiche Redebeiträge drückten während der mehr als einstündigen Veranstaltung die ungebrochene Solidarität mit den Opfern und Überlebenden der Brandanschläge sowie allen Betroffenenen rechter und rassistischer Gewalt aus, warnten vor der Zunahme faschistischer Bedrohungen und Übergriffe im Zuge des dramatischen Rechtsrucks und forderten ein würdiges Gedenken. Die mit der Umgestaltung des Bahide-Arslan-Platz zum Gedenkort betreute Künstler:inneninitiative beklagte den weiterhin nur schleppend verlaufenden und von der Stadt verzögerten Fortschritt und forderte eine Umsetzung der beschlossenen Konzepte. Dies hatte die Initiative bereits in den Tagen zuvor auf dem Platz im Wortsinne untermalt. In einer Audio-Botschaft dankte Ibrahim Arslan, Überlebender des Anschlags, allen solidarischen Unterstützer:innen. Der Freiheitschor sorgte mit anatolischen Liedern für eine angemessene musikalische Rahmung der inhaltlichen Beiträge.

Am 23.11.1992 ermordeten Neonazis bei dem Brandanschlag in der Möllner Mühlenstraße die 14-jährige Ayşe Yılmaz, die 10-jährige Yeliz Arslan und ihre 51-jährige Großmutter Bahide Arslan. Die Tat löste eine Welle der Solidarität, aber auch eine bis heute andauernde Entmündigung und respektlose Behandlung der Betroffenen durch Stadt und Behörden aus.

„Wenn Merz seine weltfremden Stadtbild-Klischees bedient, ist das eine Kampfansage nicht zuletzt auch an Gaarden, dem Stadtteil, wo wir heute auf der Straße sind. Die ganze Debatte ist ein Paradebeispiel dafür, wie eng der Klassenkampf von oben, mit dem die Reichen und Mächtigen ihre Privilegien zu verteidigen suchen, mit dem bewussten Schüren von Rassismus verbunden ist. Dagegen können und müssen wir uns gemeinsam wehren: antirassistisch, antifaschistisch, von unten!“ (Autonome Antifa-Koordination Kiel)