Zum Abschluss des OB-Wahlampfes stand für Kieler Antifaschist:innen an einem kalten Herbstsamstag (15.11.2025) ein über sechsstündiger Protestmarathon gegen die Präsenz der AfD in der Innenstadt an. Ab etwa 10.30 Uhr zeichnete sich ab, dass Oberbürgermeister-Kandidat Hubert Pinto de Kraus samt Anhang, unterstützt von einem üppigen Aufgebot an Bereitschaftspolizei, diesmal in der Holstenstraße am Bootshafen vor dem Primark-Gebäude seine Stellung einnehmen würde.



Wie schon in den vier Wochen davor blieben die Rechten jedoch nicht lang allein: Um die 35 Antifas stellten sich dem AfD-Stand durchgehend entgegen, bauten ihren eigenen Infostand auf und sorgten mit Flyern, Transparenten und Redebeiträgen für deutlichen Widerspruch zu den faschistischen Lügen. Als am frühen Nachmittag die parallel stattfindenden antirassistische Demo der Seebrücke mit 350 Teilnehmer:innen und dem berüchtigten Adenauer SRP+ im Schlepptau zur Unterstützung der Antifa-Aktivitätenen einen Zwischenstopp am Bootshafen einlegte, drohte die rechte Wahlpropaganda kurzzeitig im Chaos zu versinken, was die Polizei nur mit Gewalt unterbinden konnte. Bereits zuvor hatte es eine rabiate Polizei-Maßnahme gegen einen Antifaschist:innen gegeben, nachdem ein aus der Fassung geratener AfDler Gegendemonstrant:innen angegriffen und dabei offenbar seine Mütze verloren hatte.




Gegen 16 Uhr packte die AfD endlich ihre Sachen und die ausharrenden tapferen Antifas konnten ihren verdienten Feierabend antreten. Auch an diesem Wochenende kam es, anders als noch zu Beginn des Wahlkampfes, zu keinen weiteren parallelen AfD-Aktionen im Stadtgebiet. Eine Entwicklung, die auf die mangelnde lokale Unterstützung für de Kraus aus seiner eigenen Partei, genauso wie auf den langen Atem antifaschistischer Gruppen, die in den 5 Wochen vor der Wahl ausnahmslos jedem AfD-Stand begleitet haben, zurückzuführen sein dürfte.
Die ambitionierten rechten Raumnahmeversuche im Rahmen des OB-Wahlkampfes blieben im Ergebnis erfolglos: Mit 5,8% (5373) der Stimmen blieb das Resultat am Sonntag weit hinter dem der Bundestagswahl und auch der letzten Kommunalwahl in Kiel zurück. Kiel bleibt, in Relation, ein schlechtes Pflaster für die AfD.


