AfD- und GD Dauerpräsenz in der City – Antifa hält dagegen

Am Samstag (08.08.2026) hieß es für Kieler Antifaschist:innen einen mehrstündigen Protestmarathon gegen einen im Vorfeld angekündigten Propagandastand der AfD und ihrer Jugendorganisation „Generation Deutschland“ in der City abzuhalten.

Das Bild bei den Rechten unterschied sich wie erwartet insofern von üblichen AfD-Ständen, dass sich zeitweise bis zu 20 Aktive in das blaue Zelt quetschten, die aus ganz Schleswig-Holstein und anderen Bundesländern angereist waren. Das damit erzeugte Bild führte bei der AfD jedoch über weite Strecken nicht zu mehr Reichweite oder Vitalität, sondern eine für Außenstehende abschreckende Wirkung.

Gegenüber der AfD in der Holstenstraße hatte sich am Bootshafen die Gegenkundgebung postiert, zu der der Runde Tisch gegen Rassismus und Faschismus und verschiedene Antifa-Gruppen aufgerufen hatten. Dutzende, über den Tag insgesamt 150 Menschen, hielten hier die Stellung und formulierten mit Reden, Flyern, Bannern und immer wieder lauten Parolen deutlichen Widerspruch zu den rechten Umtrieben. Die Polizei hatte den Personenverkehr zwischen Bootshafen und Holstenstraße an dieser Stelle durch Gitter unterbunden und bewachte mit starken Kräften den AfD-Stand, so dass das Szenario weitestgehend statisch blieb. Nichtsdestotrotz blieb die Stimmung auf der Antifa-Kundgebung gut und die Beteiligung stabil.

Im Umfeld des Geschehens kam es dagegen wiederholt zu kurzen Konfrontationen mit dem AfD- und GD-Anhang, als Rechte meinten, ungestört Richtung Alter Markt ausschwirren zu können. Antifas schoben dem einen Riegel vor. Dabei kam es auch zu einem Pfefferspray-Angriff aus einer Gruppe um den schleswig-holsteinischen GD-Vorsitzenden Jasper Griebel. Obwohl die Polizei in dessen Folge ihre Personalien aufnahm, konnte sie ihre Teilnahme am Stand danach fortsetzen.

Nach fünf Stunden endete die mittlerweile ausgedünnte AfD-Veranstaltung am Nachmittag, eine Stunde früher als eigentlich angekündigt. Die Gegenaktionen konnten die rechte Raumnahme Dank ihrer Ausdauer insgesamt deutlich begrenzen. Die angereisten GD-Angehörigen versammelten sich anschließend zu einem Treffen im ehemaligen Country-Store in Elmschenhagen. Nicht zum ersten Mal wurden die Räumlichkeiten in der Preetzer Straße damit von AfD-Strukturen genutzt. Dies gilt es weiterhin im Fokus zu behalten.