Wir dokumentieren Veröffentlichungen der Antifaschistischen Aktion Rendsburg [AARD]:
Nachdem auf Indymedia teilweise etwas widersprüchliche
Informationen rumschwirrten, auch aus dem Kreis unserer Gruppe, wollen
wir heute probieren, die Geschehnisse gestern und unseren weiteren
Umgang damit etwas ausführlicher darzulegen. Gestern waren alle
Menschen in unserem Umfeld geschockt und gestresst, einige
Informationen sickerten erst später durch - heute mit einem Tag Abstand
wollen wir sie etwas ordnen und öffentlich zugänglich machen.
Der Brandanschlag
Am
Morgen vom Mittwoch, dem 10.06. wollte ein Nutzer der T-Stube diese
betreten und bemerkte den Brand. Er verständigte Feuerwehr und Polizei,
sowie andere Nutzer_Innen der T-Stube. Was geschehen ist, schildert
unsere Pressemitteilung, die wir gestern herausgegeben haben, an
einigen Stellen ist sie für diesen Bericht allerdings aktualisiert
worden:
- Brandanschlag auf die T-Stube im Stadtpark
- Die Arbeit von mehr als einem Monat mühsamer Renovierung zerstört
- Bedrohliches Anzeichen für das Erstarken der rechten Szene in und um Rendsburg
Unbekannte
verübten einen Brandanschlag auf das linke Kulturzentrum T-Stube im
Rendsburger Stadtpark. In der Nacht auf Mittwoch entfachten Unbekannte
an zwei Stellen der Räumlichkeiten Feuer und probierten ein Sofa
anzuzünden, was glücklicherweise misslang. Zudem stahlen die TäterInnen
2 alte Rechner. Die T-Stube wird für Konzerte, Beisammensein und
Treffen genutzt. Erst im letzten Monat war die Renovierung der T-Stube
abgeschlossen wurden, in die eine große Zahl junger Menschen viel Zeit,
Geld, Energie und Schweiß gesteckt hat. Das alles geschah in
Eigenregie, wurde alleine finanziert. Diese Arbeit wurde durch den
Brand im Inneren jetzt zunichte gemacht, lediglich der Backstage- und
der Technikraum wurden nicht erheblich beschädigt.
Hinter dem
Brandanschlag vermuten wir Neo-Nazis, denen die Arbeit gegen Rassismus,
Nationalismus und Diskriminierung, die in der T-Stube geleistet wird,
ein Dorn im Auge ist. Der Brandanschlag reiht sich ein, in eine ganze
Reihe von Vofällen mit rechten Hintergrund in Rendsburg und Umgebung.
Erst im März diesen Jahres kam es zu rechtsextremen Schmiereien in
Rendsburg und Fockbek, über die auch die Landeszeitung berichtete. In
letzter Zeit tritt auch verstärkt eine Gruppe auf, die sich selbst
Aktionsgruppe Rendsburg nennt. Dahinter steckt eine Gruppe von
Neo-Nazis, deren Mitglieder in letzter Zeit auf nahezu jedem rechten
Aufmarsch in Schleswig-Holstein zu sehen sind. In Rendsburg fiel die
Gruppe bislang vor allem durch einen Flyer auf, der gegen die T-Stube
und das Charleston hetzte. Presserechtlich verantwortlich für dieses
Flugblatt war Sebastian Sommer, der mutmßliche Kopf der Gruppierung.
Durch die Aktionsgruppe Rendsburg gibt es in Rendsburg erstmals eine
Gruppe „autonomer Nationalisten“, wir werden weiterhin dagegen angehen,
dass sich Nazistrukturen in Rendsburg weiter verfestigen!
Für 19
Uhr mobilisiert die Antifaschistische Aktion Rendsburg zu einer
spontanen Demonstration gegen Nazigewalt und Nazistrukturen in
Rendsburg, vom Theatervorplatz aus."
Die Demo am Abend
Nach
dem Brandanschlag auf die T-Stube Rendsburg versammelten sich Menschen
aus Rendsburg und anderen Städten in Schleswig-Holstein, um in der
Rendsburger Innenstadt spontan ihre Stimme gegen die aufkeimende
Nazigewalt zu erheben. Obwohl wir erst am Mittag nach Entdeckung des
Brands im autonomen Kulturzentrum für die Spontandemonstration
mobilisieren konnten, war die Zahl der sich solidarisch zeigenden
DemonstrantInnen enorm.
Etwa 150 Menschen demonstrieren
lautstark und friedlich in der Rendsburger Innenstadt. Menschen und
Gruppen aus ganz Schleswig-Holstein hatten sich eingefunden, um ihre
Solidarität mit der Rendsburger T-Stube zu bekunden. Die Demonstration
zog mit Parolen und Transpis vom Theatervorplatz durch die Innenstadt,
über den Schlossplatz und die Tangente schließlich auf den Paradeplatz.
Hier gab es eine kurze Abschlusskundgebung, die über die AG Rendsburg
informierte. Außerdem wurden ein paar Worte zu dem eigentlichen Ziel
der Demoroute gesagt, das die Polizei verboten hatte: Der Rendsburger
Kneipe "Raststätte", die immer wieder von Nazis für Feiern genutzt
wird. Außerdem wurde für die Demo gegen Nazigewalt in Neumünster am
Samstag aufgerufen aufgerufen.
Trotz immensen Bullenaufgebots
blieb die Sponti vollkommen friedlich und setzt somit ein wichtiges
Zeichen gegen neonazistische Gewalt in Rendsburg. Auch wenn aufgrund
der späten Uhrzeit wenig Menschen in Rendsburg unterwegs waren, so
konnte den PassantInnen durch Flyer und Aufrufe klargemacht werden,
worum es uns DemonstrantInnen geht.
Weitere Informationen:
Das Kulturzentrum T-Stube:
http://www.t-stube-rd.de/
Mehr Infos zur AG Rendsburg und Bilder von einigen ihrer Mitglieder findet ihr hier: http://antifarendsburg.blogsport.de/2009/04/23/nazis-flyern-erneut-in-rendsburg/#more-79
Artikel und Bilder auf Indymedia:
http://de.indymedia.org/2009/06/253046.shtml
Nazis verüben Brandanschlag auf alternatives Zentrum in Rendsburg
15.06.09


