Für heute, Freitag 17. Juli hatte der Kieler NPD-Ratsherr Hermann Gutsche einen Propagandastand bzw. eine "Mahnwache" vor dem Landeshaus angemeldet, offensichtlich um die Neonazi-Partei während der medial viel beachteten, zeitgleich dort stattfindende Debatte des Landtages um Neuwahlen in Schleswig-Holstein öffentlich in Szene zu setzen.
Aus diesem Grunde versammelten sich ab 9.30 Uhr über 60 Antifaschist/-innen an der Reventlouwiese, um an antifaschistischen Gegenaktionen teilzunehmen, zu denen die Autonome Antifa-Koordination Kiel seit dem Bekanntwerden der geplanten Neonaziaktion am Vorabend spontan mobilisiert hatte.
Bereits vor 10 Uhr ließ einer der spärlich
anwesenden Polizist/-innen verlauten, dass der "Stand von Herrn Gutsche
nicht stattfinde". Andere Quellen berichteten, der Stand sei
kurzfristig wieder abgemeldet worden. Um sich selbst von dem
Wahrheitsgehalt dieser Informationen zu überzeugen, verweilten die
Antifaschist/-innen noch eine Zeit lang in unmittelbarer Nähe des
Landtages. Als tatsächlich weit und breit keine NPDler/-innen oder
andere Neonazis zu erblicken waren, löste sich die Zusammenkunft auf.
Auch ein kurzer Streifzug durch die Innenstadt ergab keine Hinweise auf
mögliche faschistische Ausweichaktionen, genausowenig konnten sich
Gerüchte über umher wandelnde Neonazi-Gruppen bestätigen.
Insgesamt
ist der Tag aus antifaschistischer Perspektive also positiv zu
bewerten: Der spontanen Antifa-Mobilisierung folgten trotz des
ungüstigen Zeitpunktes wieder einmal erfreulich viele Aktivist/-innen
und eine Naziaktion fand trotz gegensätzlicher Planungen der Kieler NPD
nicht statt. Ob die Antifa-Mobilisierung mit zu der richtigen
Entscheidung Hermann Gutsches beigetragen hat, den Stand lieber wieder
abzumelden, noch bevor es zu angemessenen Reaktionen kommen konnte,
kann zunächst nur spekuliert werden.
Dennoch sei an dieser
Stelle nochmal dringlichst darauf verwiesen, dass in den letzten zwei
Wochen mehrere faschistische Propagandastände der "Aktionsgruppe Kiel"
meist weitestgehend ungestört in Kieler Randbezirken stattfanden.
Verstärkte antifaschistische Aufmerksamkeit und spontane
Reaktionsfähigkeit werden Wohl oder Übel auch in den nächsten Wochen
immer wieder von Nöten sein (was auch für den heutigen Resttag gelten
sollte!), um die Kieler Neonaziszene erfolgreich daran zu erinnern,
dass ihre rassistische, nationalistische und antisemitische Hetze nach
wie vor nicht geduldet werden wird.
NPD kneift - Nazistand vorm Landeshaus abgesagt
17.07.09
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Aufruf zu den spontanen Antifa-Aktionen:MORGEN (Fr., 17.7.2009): Gegen den NPD-Propagandastand vor dem Landtag vorgehen!
Für morgen, Fr. 17. Juli haben Kieler Neonazis der NPD einen Infostand vor dem Landtag angemeldet, offensichtlich um sich während der brandaktuellen Debatte über Neuwahlen in Schleswig-Holstein öffentlich in Szene zu setzen.
Bereits in den vergangenen zwei Wochen kam es zu mehreren Propagandaständen von Neonazis der "Aktionsgruppe Kiel" im Kieler Stadtgebiet, die allerdings meist ungestört blieben. Dies wird morgen nicht so sein! Wir rufen alle Antifaschist/-innen dazu auf, die Kieler Neonaziszene einmal mehr auf den Boden der Realität zurück zu holen, sie daran zu erinnern, dass ihre widerliche nationalistische, rassistische und antisemitische Hetze auch in Zukunft nicht geduldet wird und den morgigen Stand zu stören, zu be- oder verhindern!
KEIN NAZISTAND NIRGENDWO!
Antifa-Treffpunkt am 17.7.:
9.30 Uhr Düsternbrooker Weg/Höhe Reventlouwiese ("RSH-Wiese")
Kommt pünktlich und sagt's weiter!
Autonome Antifa-Koordination Kiel


